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Märchen: Was Euch erwartet

Märchen als Kinderunterhaltung waren immer umstritten. Schon zu Zeiten der Brüder Grimm gab es Bedenken, Märchen könnten Kindern bedenkliche Fantasien einflößen. Heute sind es vor allem die Gewalt und die Grausamkeiten in Märchen, die Eltern und Erziehern zu schaffen machen. Aus diesem Grund wird immer wieder gefordert, dass Märchen gewaltloser und vor allem politisch korrekt werden sollen. Doch wie sollte man Märchen entschärfen? Und geht das überhaupt?

Radio Micro-Europa: Sendung (203) „Märchen“ am Freitag, den 04. Januar 2019 von 14 bis 15 Uhr im Freien Radio Wüste Welle 96,6 – Kabel: 97,45 Mhz, auch als Live-Stream im Internet.

Der Link zum Anhören im Internet: http://vergil.uni-tuebingen.de/microeuropa/  

Moderation: Anna van Aken
Autorinnen: Luna Selle, Natalie John, Stefanie Hoschka 
Technik: Aaron Geiger 
Redaktion: Ulrich Hägele

Inhalt der Sendung

01 In der Micro-Europa-Sendung geht es wieder märchenhaft zu: Euch erwartet ein Interview mit dem Märchenexperten Herrmann Bausinger, ein Märchenhörspiel und eine weitere eine Versammlung des Märchenwald e.V.s. Diesmal über einen Hänsel mit Diabetes, eine glutenintolerante Gretel, ein fruktoseintolerantes Schneewittchen und einen vegetarischen Wolf.

02 Denkt man jetzt zum Beispiel an die Hexe, die bei Hänsel und Gretel im Ofen verbrannt wird oder die Oma, die bei Rotkäppchen vom Wolf gefressen wird, muss man schon zugeben: viele Märchen sind irgendwie ziemlich grausam und brutal. Aus diesem Grund wirdimmer wieder gefordert, dass die Märchen gewaltloser und auch politisch korrekt werden sollen.Doch wie sollte man Märchen entschärfen? Und geht das überhaupt? Darüber berichtet der emeritierte Professor für empirische Kulturwissenschaft Hermann Bausinger. Der 92-Jährige hat sich viel mit Alltagskultur und Erzählforschung beschäftigt und ist Mitherausgeber der Enzyklopädie des Märchens.

03 Märchen handeln zwar viel von Gewalt und Grausamkeit, sie thematisieren jedoch auch noch ganz viele andere Aspekte. Es geht um Liebe, Freundschaft, Vertrauen und Mut. Und meistens wird auch eine Moral vermittelt, die man auf das eigene Leben übertragen kann.
Von Aschenputtel haben wir zum Beispiel gelernt, dass Schuhe verdammt wichtig sein können! Diese Thematik hat auch Carl Perkins für sein Lied "Blue Suede Shoes“ inspiriert als er einem jungen Pärchen beim Tanzen zugeschaut hatte. Bei einem seiner Auftritte ist ihm ein junges Pärchen beim Tanzen aufgefallen. Der Mann hat dabei immer wieder versucht, seine Tanzpartnerin auf Abstand zu halten und sagte: „Tritt mir bloß nicht auf meine Schuhe!“

04 Auch in den Märchen spielen Äußerlichkeiten oft eine große Rolle. Denkt man zum Beispiel an „Des Kaisers neue Kleider“ oder „Aschenputtel“. Manchmal ist alles jedoch mehr Schein als Sein. Dieses Thema behandelt auch das Märchenspiel „So lieb wie das Salz“ von Studierender der Medienwissenschaft an der Uni Tübingen.

Musik

01 Sam, The Sham & the Paraohs, Little Red Riding Hood (1966)
02 Carl Perkins, Blue Suede Shoes (1956)

 



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