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KANDAKE KWEENSIZE


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Buchrezension - Broker, ein Roman von Klaus Zeh

Ich habe den Roman "Broker" gelesen und möchte hier meine persönlichen Eindrücke mit euch teilen. Vorweg möchte ich bemerken: Ich habe etwas getan, was einem neuen Buch den Todesstoß geben kann...

...ich habe das Ende zuerst gelesen!

 

... Das Buch ist in DREI Abschnitte aufgeteilt. Es hat keine Seitenzahlen und auch keine wirklichen Kapitel - jedoch insg. 13 TITEL, die hier zur Orientierung als Kapitel dienlich sind. Nach dem Abschnitt EINS ist eine leere Buchseite eingefügt. Ich nehme an aus stilistischen Gründen.

Das Buch ließt sich leicht und ist kurzweilig. Es ist gut verständlich, also bedient sich einfacher Worte und kommt ohne Fachsprache aus. Das Buch besitzt einen treibenden Rhytmus - von den zur Sprache kommenden Themen, wie auch vom gesamten Aufbau und dem Sprachfluss des Werks - was mich als LeserIn zum weiterlesen treibt...jedenfalls habe ich das Buch bis zum Schluss, ohne es wegzulegen, gelesen. Ich laß den Broker mit Spannung und wurde dabei sehr gut Unterhalten. Ich konnte teilweise dabei lachen, obwohl die Themen sozialkritisch, politisch, wie auch psychologisch sehr emotional und tief gehen. 

Erst nach nochmaliger Beschäftigung mit dem Broker, habe ich empfunden, wie viel Räume das Buch dem/r LeserIn (er)öffnet, um sich die eigenen Gefühle und Gedanken und Ansichten zu jedem Thema zu erarbeiten.

Es ist für mich wie ein "Klangbuch" - ein "JAZZ-Kunstwerk"...ein Buch, wie ein Jazzstück, mit vielen verschiedenen Ebenen, die zur Eröffnung von Diskusionen einladen, mit viel Raum für Analysen und Interpretationen. 
Ich habe das Ende des Buches so in mir empfunden, wie die Stille nach einem Konzert - man kann Klatschen oder auch die Stille selbst genießen - während die Töne nach einem Konzert ebenso wenig ganz verklingen, sondern noch nachwirken, wirkt auch die Geschichte des Broker nach und endet nicht, nur weil die Buchstaben aufhören...
Für alle LeserInnen ist hier ebenso ein offener Raum geblieben, den nun jede/r für sich mit eigenen Ideen füllen darf. Wie geht es wohl weiter....

 

 Was mir sonst noch aufgefallen ist...

...die Identität der Figur, genannt "Broker"bleibt unklar - erst im Kapitel "God bless the child", im Zwiegespräch der beiden Protagonisten, fragt der "Fremde" ... was für eine Tätigkeit er ausübe. Er gibt an, Broker von Beruf zu sein. Näheres darüber will "der Fremde"... nicht von ihm erfahren. 

...mir fällt auf, dass der Musikjournalist von Anfang an recht unbefangen und ignorant gegenüber dem Broker und dessen Bedürfnissen/Wünschen handelt.  Der Broker will gern alleine sitzen und sein Feierabendritual an der Bar pflegen. Dies übergeht der sog. Fremde egoistisch und setzt sich trotzdem nur 2 Stühle vom Broker an die Bar -  mit der Anmerkung, er säße nicht gern allein.

Der Broker läßt sich auf das Gespräch ein, jedoch...

Schon nach dem 1. Kapitel schafft es der Broker, den Musikjournalisten so zu provozieren, dass dieser zahlt und die Bar verläßt!

Hier könnte das Buch enden.
Doch mit dem Abschnitt ZWEI kehrt der Fremde zurück und die Unterhaltung geht weiter.

...Der Fremde hat immerhin schon zu Beginn seine berufliche Identität gelüftet...allerdings auch nur kurz...und zwar weil er bemüht scheint, über seine Kenntnisse in Musikgeschichte bzw. in seiner Rolle als Musikjournalist, sein privates Ich hinter dieser beruflichen "Maske" zu verstecken bzw. sich zu schützen scheint. Aufgrund seiner Kommentare, die er gibt, in Bezug auf die gespielten Klavierstücke, vermutet der Leser schon früh, dass er wohl Musiker oder Kenner der Musikszene sein muss. 

...Unklar blieb mir bis zum Schluß, ob er auch - wie der Broker - seinen Freierabend hier in der Hotelbar verbringt und mit privatem Genuß der Livemusik lauscht oder ob es ihn aus beruflichem Interesse in die Hotelbar im 18.Stock zum Jazz Livekonzert zog.

...Geschickt lenkt der Broker immer wieder im Gespräch von sich selbst ab, indem er den Fremden wieder auf das Thema Jazzmusik und die Lebensgeschichte der Musiker, wie z.B. der Sängerin Billie Holiday, lenkt. 

Zu den Hörbeiträgen: (siehe unten)

  1. Ich habe hier einen Ausschnitt für euch gelesen, den ich persönlich sehr mag und auch die Vielfalt der Themen während des Dialogs der beiden Protagonisten ..."Stormy Weather": siehe unten mp3 - Cista D. ließt...
  2. Das zweite Hörbeispiel: Ausschnitt "God bless the child" - wird gelesen von Autor Klaus Zeh.

Rezension "Broker": dieser Bericht wurde erstellt von Kandake Kweensize, Cista D.Sebulon fürs Freie Radio Wüste Welle, Tübingen

 

 

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Das ganze Interview mit dem Autor Klaus Zeh, wie auch einzelne, von Klaus Zeh gelesene Kapitelauszüge aus seinem Roman "BROKER", findet Ihr hier: 

Auf der Profilseite des LOKALMAGAZIN des Freien Radio Wüste Welle - hier der Link direkt zum Artikel:

https://www.wueste-welle.de/redaktion/view/id/25/tab/weblog/article/77150/Klaus_Zeh____Broker_.html


Audio

Cista D. ließt einen Ausschnitt aus dem Buch "Broker"

Download (44,34 MB)
STE-014.mp3


God bless the child - ein Ausschnitt aus dem Buch

Download (6,66 MB)
77150_God_bless_the_child_Lesesequenz2mp3.mp3



Sendetermine

Kandake Kweensize

13.12.2020 14 Uhr

Kandake Kweensize

13.12.2020 15 Uhr

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27.12.2020 15 Uhr

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27.12.2020 14 Uhr

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08.01.2021 08 Uhr

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08.01.2021 09 Uhr

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01.01.2021 08 Uhr

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01.01.2021 09 Uhr




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