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FLINTA*-Ratschlag


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Die Würde einer Frau ist unantastbar?

Aber nicht doch! Die männliche Macht geht seid ihrer Entstehung über den weiblichen Körper. Jüngstes Beispiel: der Eklat bei der Oskarverleihung 2022.

 

Nicht von ungefähr lautet das 6. Gebot nicht „Sex ist Sünde“ sondern: „Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Weib“- damit wird ein Besitzrecht formuliert. Die Vergewaltigung der Frau im Krieg zielt auf den anderen Mann.

 

Was war geschehen? Dieser „Komiker“ hat ein „Witzchen“ über Will Smiths Frau gemacht. Was für ein Witzchen? Er hatte sich über den Haarausfall von Smiths Frau lustig gemacht. Das Haar einer Frau hat eine besondere Bedeutung. Für eine Frau bedeutet der Verlust ihres Haares eine tiefe Kränkung. Schon allein deshalb stellte dieses Witzchen eine absolute Geschmacklosigkeit dar – sich über den Schmerz einer Frau lustig zu machen ist ganz und gar nicht lustig. Aber es reicht noch tiefer: das Haar eine Frau hat eine erotische Konnotation. Nicht von ungefähr verlangen die Vetreter so mancher patriarchaler Religion, die Frau solle ihr Haar bedecken.

 

Dieser „Komiker“ hat mit seinem „Witzchen“ in die Intimzone eines Paares eingegriffen. Ihr Ehemann hat das sehr wohl begriffen: der andere solle den Namen seiner Frau nicht in sein dreckiges Mundwerk nehmen. Und damit hatte er vollkommen recht. Was an diesem Abend auf einer Bühne, auf die viele Augen blickten, stattfand, war eine verbale Vergewaltigung. Es entspricht dem Vorgehen eines Mannes, der einen anderen Mann erniedrigen will. Und er hatte Erfolg damit. Er gilt nun als Opfer, aber in Wirklichkeit ist er der Aggressor, der Angreifer, der moralisch Verwerfliche in dieser Situation. Der Grund?

 

Ich denke: blanker Neid. In einer Gesellschaft, die Menschen mit afrikanischen Genen immer nur als komische Figuren sehen will, hat Will Smith es geschafft, zum Superstar zu werden, zum ernstgenommenen, preisgekrönten Schauspieler. Ganz ohne dumme Witzchen machen zu müssen.

 

Der eigentliche Skandal ist nicht, daß ein sogenannter Komiker auf offener Bühne geohrfeigt wurde, sondern daß in aller Öffentlichkeit die Würde einer Frau verletzt wurde, daß eine verbale Vergewaltigung vollzogen wurde, die offenbar niemandem außer ihrem Ehemann auffiel.

Oder ist es das weiße Amerika, das begeistert dem Sturz des allzuhoch aufgestiegenen Afroamerikaners applaudiert - und dabei musste es sich gar nicht die Finger schmutzig machen, das besorgte schon ein anderer Schwarzer.

 




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