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Faire Schokolade On Air

„Faire Schokolade on air“ hieß das Seminar im Rahmen des Studium Oecologicums zusammen mit Wüste Welle und Kallari Futuro. Beteiligt waren zehn schokoliebende Studentinnen aus unterschiedlichen Fachrichtungen, die im Rahmen des Seminars Radiobeiträge produzierten: Ein Interview mit Gertrud van Ackern und Jannika Franke von der Fairtrade Stadt Tübingen, ein Interview mit Raquel Cayap Tapuy von Kallari Futuro, ein Interview mit Harold Awortwie Grant zu den Schokoladenkreationen von Bongoroots, ein Interview mit Winne vom Tübinger Weltladen und eine Umfrage auf dem Rathausplatz zu fairem Schokoladenkonsum.

Wie kam der Kakao nach Europa? Wer verdient wie viel an einer Tafel Schokolade? Und, wie können faire Alternativen zum konventionellen Schokoladenkonsum aussehen? Um diese Fragen ging es im Rahmen des Seminars Faire Schokolade On Air.

Schokolade – Genuss, Seelentröster, Herz-Erwärmer, winterlich. All das und noch viel mehr assoziieren die Menschen in den Tübinger Gassen mit Schokolade. Da es in diesem Seminar um faire Schokolade ging, wollte des Umfrageteam wissen: „Was bedeutet für dich fair?“ – wir haben nachgefragt. Umsicht, Rücksichtnahme, Nachhaltigkeit und Menschenfreundlichkeit. Die Ideen waren vielseitig und reichten von Fairness im Sport bis hin zur fairen Schokolade; der Unmöglichkeit eines fairen Handels, wenn große Teile der Wertschöpfungskette aus dem Ursprungsland verlagert werden und kaum ein Mehrwert vor Ort bleibt.

„Schokolade“ – allein das Wort löst bei den meisten ein wohliges Gefühl aus. Doch wenn wir ehrlich sind, machen wir uns wenig Gedanken darüber, unter welchen Bedingungen sie hergestellt wird. Die Kakaobauern herkömmlicher Schokolade haben nämlich meist nicht nur positive Assoziationen mit dem Produkt. Sie werden ausgebeutet, arbeiten unter gesundheitsschädlichen Bedingungen und das alles geschieht auch noch auf Kosten der Natur bzw. des Regenwaldes.

Dass es auch anders geht, beweist uns Raquel Cayap, mit der wir ein Interview über die Kallari Futuro Gmbh führen durften. Aufgewachsen ist sie im Regenwald Ecuadors, bevor sie für ihr Forstwissenschaften Studium nach Deutschland gezogen ist und schließlich 2012 ihr Unternehmen hier in Tübingen gegründet hat. Entstanden aus einer Kleinbauerngenossenschaft basiert Kallari Futuro heute auf 5 Werten: Nachhaltigkeit, Fairness, Produktion vor Ort, Produktqualität, Vegan und Bio. Schon von klein auf hat Raquel beim traditionellen Kakaoanbau mitgeholfen und kennt damit sehr gut den Spagat zwischen Tradition und Moderne.

Im Interview erzählt sie von den Problemen der Kakaobranche und welche Lösungsansätze Kallari Futuro bietet. Außerdem erfahren wir, was es mit dem Anbau in Chakren auf sich hat und wie man Schokolade auch fair und nachhaltig genießen kann.

Wer in Tübingen eigene und außergewöhnliche Schokoladenkreationen sucht, wird bei Bongoroots fündig. Harold Awortwie Grant, auch bekannt als Bongo, betreibt seit vielen Jahren seinen kleinen afrikanischen Imbiss mit Catering in der Südstadt. Dort stellt er selbst seine faire Schokolade her.
Schon als Kind war Schokolade für ihn kein Fremdwort: Er wuchs in Ghana in der Schokoladenfabrik seines Vaters auf und durfte sich dort ausprobieren. Heute in Tübingen ist das noch immer der Fall: Bongo experimentiert gerne mit Chilis, Pfeffer, Ingwer und anderen exotischen Gewürzen.

Gute Schokolade, sagt er, zeichne sich durch ein Geräusch aus: Ein “Knack”, wenn sie bricht. Wichtig für ihn ist, dass die Schokolade ein Genuss bleibt. Nachhaltiger Konsum ist dabei für ihn zentral. Denn momentan ist die Situation für Kleinbauern in Ghana und an der Elfenbeinküste sehr schlecht: sie stehen wenigen großen Konzernen mit viel Marktmacht gegenüber und verdienen kaum etwas an ihrem Kakao. Bongo will, dass sich das ändert: “Die Bauern müssen den Preis diktieren, das ist für mich fair.” Und: Die westliche Welt muss einsehen, dass sie Verantwortung trägt, wenn es darum geht, das System zu dekolonialisieren.

Wir haben mit ihm darüber gesprochen, was fairer Handel für die Schokoladenindustrie bedeutet, was sich ändern muss und welche Rolle wir als KosumentInnen dabei spielen.

Was genau ist eigentlich der Weltladen? Was zeichnet die Arbeit dort aus? Und wieso öffnen die Türen des Weltladens nicht nur einen Raum, sondern auch einen Zutritt zu anderen Kulturen? Über diese Fragen haben wir mit …genannt ‚Winne‘ aus dem Weltladen gesprochen. Außerdem hat er uns dabei noch verraten, was seine liebste Schokolade ist und wie der faire Handel von Kakao die Welt ein kleines Stückchen besser machen kann.

Seit 10 Jahren darf sich Tübingen als “Fairtrade Stadt” bezeichnen. Aber was genau heißt das? Um genaueres über die Anforderungen an eine Fairtrade Stadt in Deutschland zu erfahren, haben wir mit Gertrud van Ackern und Jannika Franke von der Stadt Tübingen gesprochen.

Neben Projekten gibt es zahlreiche Veranstaltungen, die unter anderem vom Weltladen oder dem Verein FAIRstrickt mit Unterstützung der Stadt organisiert werden. So will Tübingen es schaffen, ein faires Leben den Einwohner*innen näherzubringen. Beispielsweise soll ein Fairtrade Aufkleber an den Schaufenstern der jeweiligen Geschäfte, die Menschen darauf aufmerksam machen.

Zwar läuft auch hier durch Corona nicht alles reibungslos, aber das hindert nicht daran, Tübingen fairer und nachhaltiger zu gestalten. Was die Stadt noch für Pläne hat und was wir als Verbraucher tun können, erfahrt Ihr bei einem Blick hinter die Kulissen.


Audio

Umfrage Fair & Schokolade

Download (12,41 MB)
Umfrage_Fair_Schoko_final.mp3


Interview Kallari Futuro Raquel

Download (26,47 MB)
Int_Kallari_Fururo_Raquel.mp3


Interview Bongoroots

Download (28,8 MB)
Bongoroots_final.mp3


Interview Winne Weltladen

Download (27,13 MB)
winne_weltladen_komplett.mp3


Interview Fairtrade Stadt Tübingen

Download (40 MB)
Fairtrade_Stadt_final.mp3



Bilder





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