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"Heute bin ich Samba!" - eine Kinofilm Empfehlung

Von den Machern von "Ziemlich beste Freunde", der neue Film über den charmanten Senegalesen Samba, der seit 10 versucht aus dem Schatten der Illigalität in ein neues Leben zu steigen. Auf diesem Weg trifft er auf Alice, die wie er ein neues Leben beginnen möchte, nur das die pariser Karrierefrau erstmal von ihrem Burn Out zur eigenen Stärke und Gesundheit zurückkehren will. Das spannende, obwohl sich Herkunft und Aussehen enorm unterscheiden, verbindet sie das gegenseite Vertrauen und Verständnis ihrer persönlichen Lage.



„Fangen wir an, wie heißen Sie?“ „Samba, so wie der Tanz.“  Erstaunlich wie ruhig und besonnen Samba, der aus dem Senegal stammende Protagonist, der feschen Sozialhelferin Manu (Izia Higelin)   im Abschiebelager nahe des Flughafens Roissy, antwortet. Obwohl Samba nun seit fast 10 Jahren in Frankreich lebt und mit Gelegenheitsjobs  sein Lebensunterhalt für sich und seine Familie, die weiterhin im Senegal darauf hofft, er komme erst wieder mit Erfolg zurück, verdient, wurde er kurzerhand inhaftiert. Der Grund, seine Hoffnungen seine Kochausbildung abzuschließen wurden zusätzlich durch die Möglichkeit einer Festanstellung untermauert. Sofort beantragte Samba eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung, die wie er hart feststellen musste abgelehnt wurde. Irritiert sitzt nun Samba vor Manu und ihrer Kollegin Alice (Alice (Charlotte Gainsbourg), die wiederum als eigentliche Karrierefrau einen totalen Burn out erlitten hatte und als Therapie unter anderem Pferde streichelt und Beihilfe in einem Asylzentrum leistet. Trotz der Warnung Manus, kann  sich Alice Sambas Charme und Direktheit nicht entziehen und plappert kurzerhand ihre Telefon Nummer aus, sodass diese zwei Figuren in weiteren ausgefallenen und vor allem witzigen Situationen aufeinander treffen werden.

 

Ohne Aufenthaltsgenehmigung wird Samba schließlich entlassen, doch kurz bevor er seine Wege geht, bittet ihn ein mit inhaftierter, Jonas, seine Verlobte zu suchen. Mit diesem Versprechen kehrt Samba zurück zu seinem Onkel. Angst und Sorge belasten den Onkel. Die eigene Spannung drückt auf die Beziehung zum Neffen, welcher sich durch die stark bevormundenden Ratschläge eingezwängt fühlt, sie dennoch in Unbehagen befolgt.

Nicht das Sambas Wesen schon genug aufgewirbelt wäre, geht er mit Jonas Verlobten Grazie fremd, die er zuvor gesucht und gefunden hatte. Das Gewicht des schlechten Gewissens blitzt immer wieder im Film auf und auch sein neuer Freund, der aufdringliche „Brasilianer“ Wilson, der in Wirklichkeit aus Algerien stammt, kann ihm da nicht weiterhelfen. Wilson lernte er in der Vermittlungsstelle für Aushilfsjobs kennen. Zusammen meistern sie eine Vielzahl von schweren Arbeiten und bauen so eine couragierte Freundschaft auf, den beide wissen ein falscher Tritt, eine falsche Bewegung und sie fliegen auf und werden ohne Gegenwehr abgeschoben. Zwei Burschen im Kampf gegen Armut und der Suche nach einer neuen Identität. 

 

Währenddessen versucht Alice den Kontakt zu Samba aufrechtzuerhalten, was zunächst etwas in die Hose geht und mit einem Wutanfall im Asylzentrum mündet. Nichtsdestotrotz spüren beide eine liebevolle Zuneigung und ein gegenseitiges Verständnis für die persönliche Krise. Aber im Gegenteil zu vielen anderen filmen, liegt die anbahnende Liebesgeschichte nicht im Vordergrund. Im Gegenteil das bedrückende Thema von Flucht und Immigration wir dem Zuschauer vor Augen gehalten, vor allem die schauspielerische Leistung seitens Samba (Omar Sy) , schafft ein gutes Gleichgewicht zwischen Dramatik und Komödie um aus dieser Problematik  keine Überlastung auch für jüngere Zuschauer zu schaffen. Wobei eine menge Klischees dem Film einen besseren Zugang verschaffen und man leider wenig von den Herkunftskulturen mitbekommt oder gar erfährt, bekommt man dennoch einen Blick in ein mögliches Leben eines Flüchtlings in Paris. Zusammenfassend ein gelungener Film, der gegen Ende in Drama, Liebe und Vertrauen in seine eigene Kraft aufbäumt.

 

 




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