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Januar 2020 Dezember 2020


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BePart :: Porträt von Tatjana Fessler

„Mein Mann nennt mich Tascha, wie Tasche oder auch Tüte - die Zaubertüte, denn ich möchte etwas Besonderes Zaubern für Kinder, die in Ihren Familien nicht so viel Glück erfahren, damit sie das bekommen was jedem Kind zusteht, nämlich eine glückliche Kindheit!“

Wer ist Tatjana Fessler? Auf diese Frage gibt es keine leichte Antwort, denn Tatjana Fessler ist mindestens so vielfältig wie ihre Spitznamen. Von Freund*innen wird sie Tanja genannt, von ihrem Mann Tascha. Das klingt wie Tasche, also wie eine Tüte, eine Zaubertüte, denn sie zaubert gerne für verschiedene Menschen, die mit ihr etwas unternehmen möchten.

Sie ist eine unglaublich aktive und engagierte Frau, die in Sibirien  das Land das "weit, kalt, aber herzlich" ist  geboren ist und nun schon längere Zeit in Tübingen lebt. Neben Aktivitäten unter anderem bei Greenpace, als Vorstand des russischen Vereins und bei der Winkelwiese Grundschule unterstützt sie zusätzlich Migrant*innen, Kinder und Frauen. 

Für Tatjana Fessler ist es wichtig, Unterstützung und Ratschläge zu bekommen, wenn man neu irgendwo ankommt. Ihr wurde viel geholfen, als sie von Russland nach Tübingen kam und das möchte Sie zurückgeben. Deswegen ist sie unter anderem ab 2012 die Vorsitzende des russischen Vereins Integration und Kultur geworden. Der Verein hat das Anliegen unterschiedliche Kulturen zusammenzubringen, indem von der Eigenen Kultur etwas vermittelt wird und von den anderen Kulturen gelernt wird. Tatjana Fessler ist davon überzeugt, dass die Mitglieder des Vereines sich und Ihre Kinder dadurch bereichern. Letztere lernen mit anderen Kulturen umzugehen und haben dann auf der Straße keine Angst mehr vor Menschen, die von ihnen unterschiedlich sind. Diese Ängste muss man, laut Tatjana Fessler abbauen, wenn man noch jung ist und solche Gruppen wie der Verein seien Ideal um sich zu begegnen und dies zu erreichen. Deswegen ist Sie mit Jugendlichen aus dem Verein nach Basel gefahren, um an einem Workshop der senegalesischen Tanzgruppe Sabar teilzunehmen. 

 Der Verein besteht aus Mitgliedern aus Libanon, Iran, Kosovo, Kasachstan, Ukraine, Senegal und noch viele mehr. Deutsch ist im Verein die Kommunikationssprache für alle, denn alle Leben gemeinsam in diesem Land. Nächstes Jahr ist Jubiläumsjahr: da sind ein Tag der offenen Türen sowie ein großes Fest geplant.

Aktiv ist Tatjana Fessler auch im Bürgertreff NaSe - das ist die Abkürzung für Nachbarschaftlich Selbsthilfe, deren Angebote schon seit Mitte der 90er Jahren für die BewohnerInnen im Wohnquartier der ehemaligen Stuttgarter Straße und der anliegenden Wohngebiete bestehen. Seit dem Jahr 2011 gibt es den Bürgertreff NaSe in den Räumen des Janusz-Korczak-Weg 1. Entstanden ist er aus dem Angebot der Nachbarschaftlichen Selbsthilfe heraus und auf Anregung des Begleitkreis "Städtebauliche und soziale Entwicklung in der Stuttgarter Straße". Das wichtigste Anliegen war und ist es, das soziale Miteinander im Quartier zu stärken. Viele Angebote werden von Vereinen und Ehrenamtlichen gestaltet, die Räume als Ort für das  Zusammenkommen von Gleichgesinnten genutzt. Beratung, Unterstützung und unterschiedliche kulturelle Angebote gehören ebenfalls zum Programm. 

 

 


Audio

Download (27,94 MB)
Interview_mit_Tatjana_Fessler.mp3



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