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 Politik & Gesellschaft


AKTIONSMONAT MAI 2017

Mai 2017 Juni 2017


Beiträge & Artikel

Was soll das heißen - „utopisch“?

„Völlig utopisch. 17 Beispiele einer besseren Welt.“ lautet der Titel einer Sammlung von Reportagen, die von Marc Engelhardt im Pantheon Verlag herausgegeben wurden. Sie dienten den folgenden Ausführungen als Quelle der Inspiration.

Wir leben in einer Utopie.

 

Es gab einmal eine Zeit - und die ist gar nicht so weit weg und an anderen Orten ist sie immer noch – da träumten Menschen davon, genug zu essen zu haben. Wir haben genug zu essen. Meist sogar mehr als genug.
Es gab eine Zeit, da träumte man von guter Kleidung, von einem Dach über dem Kopf und von Wärme im Winter.
Wir haben all das.

Meine Mutter träumte als Kind von einer Wohnsituation, in der nicht sechs Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht leben. Es gab eine Zeit in diesem Land, in dem 7 qm pro Person in den Arbeiterquartieren der wachsenden Industrie-Areale ein unträumbarer Traum schienen.
Gesundheitsfürsorge, Sozialhilfe und Rentensystem sind für uns selbstverständlich. Es gab eine Zeit, da bestand die amtliche Fürsorge in einer Bettel-Konzession, also: einer amtlichen Erlaubnis, betteln zu gehen.
Es gab eine Zeit, da war es selbstverständlich, daß Frauen kein Wahlrecht haben, kein Recht auf höhere Bildung, auf Berufswahl und die eigene
Entscheidung über ihr Leben. Und Lieben.Und es ist noch gar nicht so lange her, daß es ungestraft blieb, wenn es einem gefiel, über mich herzufallen.Wer denkt noch an die schwangeren Mägde, die mit Steinen verjagt wurden, weil sie sich der Zudringlichkeit ihres Dienstherren nicht erwehren konnten – und durften? An anderen Orten der Welt werden heutzutage vergewaltigte Frauen wegen vorehelichem Geschlechtsverkehr eingesperrt.

Wir leben in einer Utopie.
Ganz zu schweigen von Flugzeugen, Autos, Handys und Herzschrittmachern.

Also: alles gut?

Es stimmt gar nicht, das alles immer schlechter wird?
Nein, es stimmt nicht, daß alles immer schlechter wird. Aber es ist ganz bestimmt nicht alles gut. Das erreichte will gepflegt sein, um nicht
verloren zu gehen und es gilt – neue Visionen anzustreben. Denn natürlich ist nicht alles gut. Der Kapitalismus mit seinem Raubbau an unserem Planeten und seinen Bewohnern dreht sich immer schneller. Die modernen Waffen für Kriege haben eine Zerstörungskraft, von denen die Feldherren vergangener Zeiten sogar eher alpträumen würdem, denn sie wollten kein zerstörtes Land erobern sondern ein blühendes ausbeuten. Nein, es herrscht kein Frieden in der Welt und die Menschen leiden und träumen noch immer.

Und doch leben wir in einer Utopie. Entwickeln wir sie also weiter, die Utopien, die Lösungen auf die Fragen unserer Zeit. Es gibt Menschen, die genau das anpacken. Sie sind bereits dabei, ihre Utopie einer Welt, in der sie leben wollen, für sich zu verwirklichen.  „Völlig utopisch: 17 Beispiele einer besseren Welt“ lautet der Titel der Veröffentlichung von Marc Engelhardt 2014, die wir uns dazu etwas näher anschauen wollen. Es sind besonders die Unternehmungen eines gemeinschaftlichen Lebens, die mich dabei interessierten.

Eine Vorstellung der im Buch beschriebenen Utopien könnt Ihr in den Audios auf dieser Seite nachhören.

 

Was soll das heißen – „Utopie“?

Seit Thomas Morus 1516 seinen Roman „Utopia“ verfasste, wird der Begriff gerne für eine unerreichbare gesellschaftliche Wunschvorstellung verwendet. Wieviele dieser Utopien wirklich für alle wünschenswert wären, darf  Streifrage bleiben.
Was die Unerfüllbarkeit betrifft, so wurde eingangs festgestellt, daß vieles, was uns heute als selbstverständlich erscheint, zu einer anderen Zeit als utopisch gegolten hätte. Und an manch anderem Ort immer noch ist.
Im vergangenen Jahrhundert konnte sich in Europa das Staats-Modell der Demokratie durchsetzen. Und daß die brave deutsche Hausfrau noch in den Siebzigern die Unterschrift ihres Mannes brauchte, wenn sie arbeiten wollte, daran mag das verblüffte Mädchen von heute schon gar nicht mehr glauben. An die Gleichberechtigung wird es so lange glauben, so lange gläserne Decken so hoch über ihr hängen, daß sie nicht in Gefahr gerät, dran zu stoßen.
Ökologisches Bewusstsein galt in meiner Jugend als Panikmache krawallekser Alternaiver. Inzwischen hat sich der Gedanke nachhaltigen ökologischen Wirtschaftens zumindest schon mal - als Gedanke durchgesetzt.

Evolution gilt auch für gesellschaftliche Prozesse, nur ihre Bedingung sind hier nicht ganz einfach zu durchschauen. Wie es um Dauer und Wirkung der im Buch vorgestellten gelebten Utopien bestellt ist, darüber könnte nur eine Langzeitstudie Auskunft geben. Wir müssen uns also mit dem Status Quo zufrieden geben, zumindest was die Betrachtung der vorgestellten Utopien angeht. Damit kommen wir nun zu dem Punkt, den man auch am Ende gewisser Lesungen zu hören bekommt:
Was will uns das sagen?

Ein Resumee zu den vorgestellten Utopien findet ihr ebenfalls in den Audios.

 

 

Völlig utopisch. 17 Beispiele einer besseren Welt.“ Hrsg. Marc Engelhardt, Pantheon Verlag 2014.

 


Audio

Die im Buch vorgestellten Utopien

Download (57,96 MB)
Utopie_2_-_gelebte_Utopien.mp3


Worum geht es dabei?

Download (14,9 MB)
Resumee_-_Werte_der_Utopien.mp3


Wie geht es?

Download (13,69 MB)
Wann_funktionieren_Utopien.mp3





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