Login

Lokalmagazin :: Blog

Nachrichten vom 27.11.15

 Flächensanierung für Unierweiterung

Das Land Baden-Württemberg möchte die Flächen für die Tübinger Uni und die Unikliniken erweitern. Das 12 Hektar große Gebiet auf der Rosenau ist angedacht. Das Gelände ist ungefähr so groß wie der jetzige Standort am Schnarrenberg. Das Land möchte dieses Bauvorhaben im Flächennutzungsplan „Sonderbaufläche Universität“ unterbringen. Bei diesem Vorhaben stößt Baden-Württemberg jedoch auf erheblichen Widerstand der Stadtverwaltung Tübingen. Diese erachtet das Gebiet für viel zu groß und außerdem liege das Areal in einem Landschaftsschutzgebiet. Zusätzlich müssten ein Gasthof und die Sternwarte weichen. Die Stadtverwaltung schlägt ihrerseits vor, die Erweiterung auf der „Oberen Maderhalde“ gegenüber der Unfallklinik anzusiedeln. Die Entscheidung wird spätestens Ende 2016 getroffen.

 Wohnen im Alter

Am vergangenen Samstag veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft 60plus zusammen mit der Volkshochschule Tübingen einen Workshop zum Thema 'Selbstbestimmtes Wohnen im Alter'. Die Veranstaltung war überdurchschnittlich gut besucht und zog auch Interessierte aus der Region an. Bis zum Nachmittag gab es verschiedene Vorträge zu hören, in denen über Wohnprojekte von und für ältere Menschen informiert wurde. Mit großer Begeisterung nahmen die Besucher das Speed-Dating war. Dabei konnte man sich innnerhalb kurzer Zeit austauschen und so potenzielle MitbewohnerInnen für zukünftige Projekte finden. Die hohe Teilnehmerzahl bestätige den großen Informationsbedarf von älteren Menschen, so Werner Walser von der AG 60plus.

Flüchtlingshilfe

Bei der evangelischen Bezirkssynode kündigte die Diakonie weitere Hilfsangebote für Flüchtlinge an. Am Montagabend dankte die Dekanin Elisabeth Hege den evangelischen Kirchengemeinden für die große Aufnahme- und Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen, warnte aber auch vor zunehmender Fremdenfeindlichkeit aus den christlichen Reihen. Um den Flüchtlingen besser zu helfen, will das Diakonische Werk Tübingen ab Januar 2016 eine neue halbe Stelle für die Koordinierung ehrenamtlicher Flüchtlingsarbeit einrichten. Voraussetzung dafür sei, dass zusätzliche Mittel für die Flüchtlingsarbeit von der Landessynode flössen. In den Erstaufnahmeeinrichtungen im Landkreis soll es ebenfalls ab Januar 2016 zwei Sozial- und Verfahrensberater sowie einen Koordinator für Ehrenamtliche geben. Ein Berater soll somit für 100 Flüchtlinge zuständig sein. Da zunehmend auch ältere, kranke und arme Menschen unter den Flüchtlingen seien, sollen auch die Mittel für die Sozial- und Lebensberatung um 10 Prozent aufgestockt werden.

 Bürgerstiftungspreis

Vergangene Woche wurde der Preis der Bürgerstiftung für ehrenamtliche Arbeit vergeben. Die Martin-Bonhoeffer-Häuser erhielten den mit 10.000€ dotierten Preis. Die Bonhoeffer-Häuser kümmern sich um minderjährige Flüchtlinge. Mit dem gewonnenen Geld wollen sie ein Paten-Netzwerk aufbauen, damit eine langfristige Hilfe gesichert ist. Erika Kurz bekam den Preis für ihr Lebenswerk. Dieser Preis ist mit 2000€ dotiert. Kurz, eine ehemalige Pfarrerin, engagiert seit über 20 Jahren in der Flüchtlingshilfe und leitet seit 20 Jahren den Asylarbeitskreis der Martins-Kirche.

 Moderne Kläranlage

Die Stadt Reutlingen wird im Herbst 2016 die Kläranlage im Stadtteil Betzingen umfangreich modernisieren. Dennoch sollen nicht alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Die sogenannte vierte Reinigungsstufe beseitigt Hormone, Arzneimittelrückstände und andere Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser. Diesen Prozess in die Modernisierung zu integrieren sei momentan allerdings zu teuer. Man wolle eventuell in 10 Jahren noch einmal über diesen Schritt nachdenken, so Bürgermeisterin Ulrike Hotz. Dann nämlich könnte es wasserrechtliche Auflagen vom Bund geben. Der Umbau der Anlage wird knapp 40 Millionen Euro kosten. Die vierte Reinigungsstufe würde zusätzliche Kosten von rund 15 Millionen Euro verursachen.

 Angebot erweitert

Vergangenen Freitag feierte der Tübinger Mädchentreff sein 25jähriges Jubiläum. Der Verein setzt sich mit der Lebenswelt junger Mädchen auseinander und bietet Hilfestellungen, von Anfang an war auch die Diskriminierung homosexueller Mädchen und Frauen und der Umgang mit Migrantinnen ein wichtiges Thema. Aktuellstes Projekt ist eine Beratungsstelle für die Bereiche Flucht und Migration, Beruf und Bildung, Geschlechterkategorien und politische Partizipation. Mit dem Angebot wendet sich der Verein erstmals an Schulen und Einrichtung im gesamten Landkreis. Einen Einblick in die moderne Lebenswelt von Mädchen gab eine Art Speed-Dating, bei dem die Besucher sich von einer Referentin in Kleingruppen in jeweils eines von fünf Themen einführen lassen konnten. So berichtete die Kulturwissenschaftlerin Maria Kechaja über die Erfahrungen und den Umgang junger Frauen mit Migrationshintergrund mit Alltagsrassismus, Isabell Knecht beschrieb die Wirkung des in Anime- und Zeichentrickserien gezeigtem Frauen-Typus auf achtjährige Mädchen. Auch ein neues Logo wurde zum Jubiläum vorgestellt. Eine gleichbleibende Aufgabe des Arbeitsalltags des Vereins ist allerdings die oft nervenaufreibende Einwerbung von Projektmitteln.

Neue Standorte

Die Stadt Tübingen möchte an bis zu 30 Standorten Anschlussunterkünfte für Flüchtlinge bauen. Bisher waren etwa zehn Standorte im Gespräch. Die Stadt möchte möglichst integrierte und möglichst wenig temporäre Standorte ausweisen, so Baubürgermeister Cord Soehlke. An manchen Standorten würden keine Container aufgestellt, sondern stabiler gebaut. Das dauere allerdings länger. Noch im Dezember wird der Gemeinderat informiert, im Januar der Planungsausschuss. Im Februar wird dann der Gemeinderat beschließen.

Meinung gefragt

Letzten Samstag konnten Kinder aus Schuhkartons ihre ideale Bücherei bauen. Für die Erwachsenen lagen Legosteine bereit – aber die trauten sich wohl nicht, mitzuspielen. Die Stadtbibliothek Tübingen hatte eingeladen, Ideen für die Zukunft einzubringen. Studierende des Bibliotheks- und Informationsmanagements an der Hochschule der Medien in Stuttgart hatten dazu Stationen gestaltet, so konnte mittels Haselnuss-Wurf in das entsprechende Glas der Schwerpunkt des Angebots entschieden werden. Dabei machte der nicht-kommerzielle Aufenthaltsraum das Rennnen vor den Veranstaltungen, aktuellen Medien und der Vermittlung von Lese- und Medienkompetenz. An der Pinwand fanden sich denn auch Wünsche nach einem Café zum Schmökern und schönen Sitzecken. Auch manche Prioritäten zeigten sich als unerwartet alltagspraktisch: als eine davon wurde die Möglichkeit, ausgeliehene Bücher auch in den Stadtteilen zurückgeben zu können, genannt. Im Frühjahr wird die Stadtbücherei ihre neue Konzeption vorstellen. Unter Umständen wird sie sogar umziehen, denn sie benötigt mehr Platz.

 Migrantengremium

Eine Rottenburger Initiative setzt sich bereits seit einiger Zeit dafür ein, dass ein Gremium für eine stärkere politische Beteiligung von Migranten gegründet wird. Mit insgesamt 6000€ wird dieses Vorhaben nun durch das Stuttgarter Förderprogramm „Teamwork gefragt!“ unterstützt. Derzeit werden noch engagierte Rottenburger und Rottenburgerinnen mit Migrationshintergrund gesucht, die sich im Gremium einbringen möchten. Es sollen viele Ideen und Projekte entwickelt werden, die das Zusammenleben der Bürger mit und ohne Migrationshintergrund im Gemeindeleben verbessern.



Freies Radio Wüste Welle, Hechinger Str. 203, 72072 Tübingen :: +49 7071 760 337 :: buero@wueste-welle.de