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Kämpferisch-feministisch auf dem Stocherkahn
Das Stocherkahnrennen ist ein Wettbewerb, aber nicht unbedingt ein fairer. Burschenschaften betrinken sich und wenn man nicht weiß, männlich und heterosexuell ist, ist man kaum willkommen. Dagegen fahren Sophie, Lotta, und der Rest des feministisch-kämpferischen Kahns. Als Frau erlebt man bei der Vorbereitung und beim Rennen selbst immer wieder Diskriminierung. Es wird sich lustig gemacht und aggressive Kommentare kommen von allen Seiten. Dennoch fahren sie mit – sowohl als Protest, aber auch, um zu gewinnen. Sie versuchen so, auf die sexistischen und anderen marginalisierenden Formen von Diskriminierung aufmerksam zu machen. Mit bedruckten Shirts und Bannern sind sie auf ihrem Kahn und gehen trotz der übergriffigen Anfeindungen gegen die rechten Burschenschaften vor.
Auch das System dahinter kritisiert der feministisch-kämpferische Kahn: von Anmeldegebühren, die an Burschenschaften gehen, bis hin zu dem Geld, was auch die Stadt mit dem stark von rechtsgeprägten Rennen aufgrund von Tourismus verdient. Damit müsste sich die Stadt Tübingen eigentlich noch mehr auseinandersetzen, um rechte, patriarchale Strukturen weiterhin aufzuweichen.
Und tatsächlich wirkt der Kahn: neue Menschen stoßen immer wieder zum Kahn, um mitzumachen, es gibt Partnerkähne, die mitprotestieren und zum Anfeuern kommen auch immer wieder neue Gesichter. Für Sophie und Lotta ist es wichtig, dass man so zusammenkommt. Nur gemeinsam kann man gegen Diskriminierung angehen – und auch das Tübinger Stocherkahnrennen zählt mit dazu. Dieses Jahr ist der feministisch-kämpferische Kahn auch mit am Start und freut sich über Unterstützung im Wasser, an Land und auf der Neckarbrücke.
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