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KANDAKE KWEENSIZE


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Kolumne "Music in the Kitchen" - ITAL IS VITAL -Thema: Corona-4.Phase-BOOSTEN? TRIAGE? leben Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen wieder in Angst?

Große Ängste befallen nicht nur Menschen mit Beeinträchtigungen! Es scheint wie ein Trauma aus dem 1. Lockdown im Frühjahr 2020: Panik und Aggressionen, Depressionen und Verwirrung sind aktuell auch bei Menschen ohne Handycap zu beobachten.

Das Video im Anhang zeigt den Inklusions-Aktivisten Raul Krauthausen in seinem Instagram Gespräch mit Bundespräsiddent Frank Steinmeier, vom 12.01.2021, indem es um die Belange besonders vulnerabler Menschen in der Corona-Pandemie ging.  

Das Video mit Deutscher Gebärdensprachdolmetschung dazu, befindet sich auf der Homepage des Bundespräsidenten Frank Steinmeier:
https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Berichte/DE/Frank-Walter-Steinmeier/2021/01/210112-miteinander-Chat-Raul-Krauthausen.html

Seit Beginn der Coronapandemie fordern Inklusionsaktivisten, wie Raul Krauthausen, mit seiner im März 2020 initiierten Kampagne   #Risikogruppe  in den sozialen Medien, klarere Antworten von politischen Entscheidungsträger*innen. Das Ziel sei laut Krauthausen, "darauf aufmerksam zu machen, dass nicht nur alte und todkranke Menschen besonders gefährdet sind durch die Coronapandemie." Link:https://taz.de/Menschen-mit-Behinderung-in-Coronakrise/!5683276/ (Quelle:TAZ-https://taz.de/Krauthausen-im-Gespraech-mit-Steinmeier/!5744107/)

Menschen mit Behinderungen, die autonom leben und wohnen wollen, berichten seit dem ersten Lockdown von ihren Ängsten vor erneuter Isolation, ebenso von der Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus.
Sie werden anscheinend ignoriert und tatsächlich alleine gelassen mit dem Problem. Diese Menschen werden, so wie es aussieht, auch nicht als sogenannte "Risikogruppe" genannt, wenn es um Impfprioritäten geht. 

Den Begriff "Risikogruppe" nicht falsch oder umzudeuten, meinte Raul Krauthausen, sei wichtig: es sei ihm deshalb lieber von vulnerablen Menschen zu sprechen! 
(siehe dazu das Gespräch mit dem Bundespräsidenten auf Youtube, unten hier im Kommentar)

Auch Armin Rist, ein Betroffener und lieber Kollege, der auch Sendungsmachender bei unserem Radio Wüste Welle, Tübingen ist, berichtete dies ebenso: auch er musste viel zu lange warten, auf seine insg. 2 erforderlichen Impftermine. Während des 1.Lockdowns und bis zu seiner Impfung lebte er, wie viele seiner Peers, in großer sozialer Isolation (Treffen konnten nur via Digitalplattformen stattfinden, Freunde und Familie durften nicht zu Besuch kommen) und mit der großen Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus.
Beides stellte für Menschen mit Behinderungen eine besonders große Gefahr von Anfang an dar, nicht nur für Alte und Todkranke (wie Krauthausen sagt), sondern eben auch für alle anderen besonders vulnerablen Menschen, zu denen  Raul Krauthausen, wie auch Armin Rist gehören. 

Armin Rist z.B. leidet seitdem unter einem regelrechten Trauma. Er bekam Depressionen und seine psychische, wie auch seelische, körperliche Situation verschlechterte sich. Er musste in Therapien und erliegt seither chronischen, neurotischen Krämpfen/Anfällen. 
Mir gegenüber spricht er davon, dass er nicht noch einmal so eine soziale Isolation durchstehen könne!

Nach nicht mal 3-6 Monaten nach erfolgter Imunisierung durch Impfung, also aktuell seit mitte August 2021, soll diese Impfung nun aufgefrischt werden müssen, so heißt es auf einmal:
Endlich erfolgreich geimpft, erreicht Armin Rist und alle weiteren Betroffenen nun die Nachricht, dass die Impfwirkung mit der Zeit nachläßt und ein "Boosting" angesagt ist, um den Schutz vor Ansteckung mit dem Corona Virus zu gewährleisten! What ??? 

Damals wie auch nun wieder, sind Betroffene somit wieder der Gefahr einer Ansteckung ausgesetzt: Betroffene bekommen wieder Angst vor Ansteckung und Angst vor erneuter Isolation:
Beeinträchtigte Menschen, die in keiner Einrichtung für Behinderte wohnen, sondern alleine und autonom wohnen und leben wollen, wie z.B. Armin Rist, mein Radiokollege, Inklusionsaktivist, Inklusionsberater und - Botschafter, wie auch selbst Betroffener, sind scheinbar traumatisiert vom 1.Lockdown im Frühjahr 2020! Sie wurden nicht mitgerechnet, nicht in die Prioritätenliste für eine Imfpung aufgenommen. Sie mussten darum kämpfen, wahrgenommen zu werden und hatten Probleme, einen Impftermin zu erhalten...etc. !!! 

Wie die Medien seit Mitte August 2021 berichten, würde die Wirkung der Impfungen mit der Zeit nachlassen und es solle dieser Erkenntnis mit einer sogenannten Auffrischung oder  "Booster-Impfung" begegnet werden.


Diese Nachricht stiftet nun wiederum erneut Verwirrung und Angst, allerdings nicht nur bei Menschen mit Beeinträchtigungen:

Wie ein "Booster" ist diese Nachricht auch für die Impfgegner, welche sich nun halb todlachen über die neusten Erkenntnisse aus der Wissenschaft: Die Impfung muss nachgeholt werden, aufgefrischt werden, hat also demnach ein Manko: Es besteht weiterhin, trotz Impfung, ein hohes Restrisiko einer Infizierung bzw. Ansteckung mit dem Coronavirus. (die Empfehlung ist, nach 6 Monaten erneut nachzuimpfen).
Somit bestärkt es sowohl Impfgegner in der Impfablehnung, wie es auch die Verschwöhrungstheorien weiterhin anheizt und noch mehr von diesen Nostradamus-Theoretikern auf die Bildflächen der Bubbles, bzw. deren Echokammern, im sogenannten Sozialen Mediennetzwerk heraufbeschwört.

Die Temperatur steigt weiter, im sowieso schon brodelndem Kochtopf der Emotionen:

Die ganze Impferei, so scheint es nun, sei demzufolge keine Garantie dafür, sich in den letzten Wochen und Monaten der Lockerungen des letzten Lockdowns, nicht mit dem Coronavirus angesteckt zu haben!

Das wiederum ist, meinem Gefühl nach, gefundenes Futter für diejenigen, die an eine Corona-Lügenlegende glauben.
Ebenso macht es, meiner Ansicht nach, auch diejenigen, die sich aus Angst vor einer gefährlichen Infektionskrankheit und den Folgen einer solchen Erkrankung, vorsorglich geimpft hatten, sehr hilflos, ängstlich oder sogar wütend.

Die bereits Geimpften haben sich mit der erfolgreichen Impfung sicher gefühlt und sind logischerweise unbesorgt wieder entspannt einkaufen, essen gegangen oder in den Urlaub geflogen. Sie haben sich sicher gefühlt und sind mit vielen anderen Menschen wieder in persönlichten Austausch und Körperkontakt getreten.
Somit haben sich diese bereits geimpften Personen in den letzten Wochen "einer Gefahr der Ansteckung" ausgeliefert, ohne es zu wissen. 

Wie werden die bereits geimpften Personen nun auf diese Neuigkeit reagieren?

Agressionen und für mich - schon lange vor der Pandemie -  befremdliche Verhaltensweisen, habe ich kürzlich beim Zugfahren hautnah beobachten können:

Eine ältere Frau mit Gehstock betrat den Zug und pochte darauf, auf dem für "Gehbehinderte" ausgewiesenen Sitzplatz zu sitzen. 
Da dort ein junger, nicht gebehinderter Mensch schon Platz genommen hatte, forderte die ältere Frau mit Gehstock diesen Menschen auf, sich einen anderen Sitzplatz im Zug zu suchen. Ihre Begründung war, da sie alt und gebehindert sei, sie dort sitzen müsse und wir alle in Coronazeiten leben.
(womit sie ganz offensichtlich und richtigerweise meinte, dass der Abstand von 1,50m einzuhalten nur möglich sei, wenn sie alleine in diesem ausgewiesenen Teil des Zugs für "Gehbehinderte und Schwangere" sitze.) 
Doch der junge Mensch folgte ihrem Wunsch nicht und blieb dort sitzen. Sie klingelte aufgebracht dem Zugbegleiter. Als dieser nach ca.5x klingeln endlich kam und sie ihr Anliegen vorbrachte, versuchte dieser den jungen Menschen 2x dazu zu bewegen, sich doch einen anderen Platz zu suchen. Dieser folgte der Anweisung des Zugpersonals nicht. Eine Schwangere Frau mischte sich plötzlich laut schreiend ein: sie sei nun schon hochschwanger und mit noch 2 kleinen Kindern mehr als 6 Stunden unterwegs und müde. Sie wolle einfach nur nach Hause und die alte Frau solle sich doch nicht so anstellen und sich woanders hinsetzen. 
Dies akzeptierte die ältere Fau mit Gehstock nicht. Es kam zu einem kurzen aber sehr emotionalen Dialog mit Beleidigungen zwischen diesen beiden Frauen. 
Der Zugbegleiter ging erfolglos wieder und der Zug fuhr nach ca. 5-10 min. Verspätung weiter.
Es kam weder die Polizei um für Recht und Ordnung zwischen den Streitenden zu sorgen, noch wurde das Problem der alten Frau mit Gehstock gelöst. Letzlich saßen die alte Frau mit Gehstock und der junge Mensch die gesamte Zugfahrt über verstockt aber dennoch nebeneinander und beide gaben nicht nach, bis sie das Fahrziel erreichten und ausstiegen. 

Ich habe mir noch überlegt, ob es anders ausgegangen wäre, wenn sich außer der Schwangeren noch weitere Mitfahrende eingemischt hätten. 
Ich habe mir auch überlegt, warum die anderen (wie auch ich) sich nicht eingemischt haben? Meine Beobachtung war:....die meisten haben auf ihr I-phon gestarrt und schauten nicht sonderlich beeindruckt oder interessiert an dem Spektakel vor ihren Augen. 
Ich habe es mir zwar neugierig angesehen, wie eine Soap im TV,  mich allerdings auch dazu entschieden, mich auch nicht einzumischen, da schon der Zugbegleiter nichts tun konnte...vielleicht hätte er seine Position ausnutzen können, um den jungen Menschen des Zuges zu verweisen? Vielleicht wäre dieser dann auch handgreiflich geworden, was die Situation wohl eher verschlechtert hätte? Vielleicht hätte der Zugbegleiter auch die ältere Frau mit Gehstock an einen anderen Platz führen können, der ebenso geeig net fü r "Gehbehinderte und Schwangere gewesen wäre?

Ich habe mich sehr darüber gewundert, dass die alte Frau mit Gehstock letztlich bevorzugte, ohne 1,50m Abstand, auf "Ihren Platz" zu sitzen.
Um was ging es ihr wirklich?
Sicher nicht ernsthaft um den Schutz ihrer eigenen Gesundheit, oder?

Verwirrung und Wut, Angst und Hilflosigkeit, Schuldzuweisungen und Kriege - wie wird wohl die Zeit bis alle "GEBOOSTET" worden sind,  aussehen?

Werden Menschen noch agressiver, aus Angst vor erneuter Ansteckung?
Werden Menschen sich noch mehr, nicht nur in den digitalen Sozialen Netzwerken, sondern auch in der realen sozialen Wirklichkeit gegenseitig beleidigen, streiten und schuldig sprechen, aus Wut und Angst oder weil sie auf ihr Recht pochen?
Werden Menschen mit Beeinträchtigungen, AsylbewerberInnen und Pflegebedürftige, Alleinstehende, Kranke und sonstige Personen aus der Risikogruppe wieder hilflos und alleine in ihren Zimmern/Wohnungen verschwinden und übersehen werden, isoliert und von Depressionen geplagt in Quarantäne verbringen müssen? 
Werden wieder die Toilettenpapier-Rollen ausverkauft sein?
Werden noch mehr Menschen psychisch krank und verschwinden in Psychiatrien?
Werden noch mehr Polizisten in Hundertschaften auftauchen, weil junge Menschen beim Randalieren in Städten, bei Alkoholparties im Park oder sonstigen Wutanfällen, sich nicht an die Hygieneregeln und an sich ständig ändernde Gesetze halten? 
Wieviele colored People werden unbemerkt in den nächsten Monaten verschwinden, eingesperrt oder ausgewiesen werden aus Deutschland? 
Wie viele Menschen werden in der Zwangsprostitution landen, Menschenhändlern zum Opfer fallen und auf dem schnellsten Weg zum Kauf angeboten, versklavt, missbraucht, vergewaltigt und getötet werden? 
Wie viele Menschen werden verletzt, verhungern oder sterben an den Folgen dieser Krankheit? 
Werden die eigens dafür gezüchteten "Konsum-Enten" das Brot fressen, welches ihnen Tag für Tag, feierlich und mit Lobeshymnen und Lichtspektakel, in den digitalen Medien und dem TV zum Feierabend serviert wird? 

Viele beeinträchtigte Menschen, wie auch Menschen, die in Pflege- oder Seniorenwohnheimen, Psychatrien oder ähnlichen Einrichtungen untergebracht wurden, haben - sicherlich nicht ohne Grund - Angst vor einer Art "Aussortierung" und das Wort "Triage", französisch für Auswahl oder Sichtung meint nichts anderes. Mehr zu diesem Thema und dem Konzept der Triage mit Handlungsempfehlung für die evtl. benötigte Leitlinie : "Grundsätze der Entscheidungsfindung und bestimmt Kriterien für Priorisierungsentscheidungen" u.a. zu lesen in diesem TAZ-Artikel: 

https://taz.de/Menschen-mit-Behinderung-in-Coronakrise/!5683276/


Ich sehe gerade auch vermehrt Werbeplakate mit der Aufschrift und Aufforderung: " BETEN HILFT!" 
Dazu von mir: kein weiterer Kommentar.  

LINK: 4.BÜRGERLAGE ZUR PANDEMIE, vom 19.AUGUST 2021 
"Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich heute erstmals in Schloss Bellevue mit den sieben Bürgerinnen und Bürgern getroffen, mit denen er sich zuvor bereits in drei digitalen Bürgerlagen über ihre persönliche Lage in der Corona-Pandemie ausgetauscht hat." (Quelle:https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Berichte/DE/Frank-Walter-Steinmeier/2021/08/210819-Buergerlage-4.html?nn=15165110

https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Berichte/DE/Frank-Walter-Steinmeier/2021/08/210819-Buergerlage-4.html?nn=15165110

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dieser Kommentar wurde geschrieben von Redaktion Kandake Kweensize für das Freie Radio Wüste Welle, Tübingen, 21.08.2021


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