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55. JAHRESTAG VON VILLA EL SALVADOR (PERU): DER PAPSTBESUCH IN VILLA EL SALVADOR
Der Papst erreichte eine Esplanade, die heute offiziell als Plaza del Papa (Papstplatz) bekannt ist (auch als la piedra del Papa – der Papststein – bezeichnet). Sie war von Hunderttausenden Einwohnern aus Villa El Salvador und anderen Teilen Limas völlig überfüllt. Das Landschaftsbild war bescheiden: Eine Bühne inmitten von Sand, Strohmattendächern (esteras), weißen Friedensfahnen und Plakaten mit Parolen für soziale Gerechtigkeit.
Die Nachbarschaftsführer und die Volksorganisationen beteiligten sich aktiv am Geschehen. Auf dem Podium hörte das Kirchenoberhaupt von der Realität, die der Bezirk durchlebte. Die Chroniken heben die Begrüßungsbotschaft hervor, in der dem Papst übermittelt wurde, dass Villa El Salvador ein Volk sei, das hungrig nach Brot ist, vor allem aber hungrig nach Gerechtigkeit, Frieden und Würde.
Bewegt vom Empfang und dem Glauben der Gemeinschaft hielt Johannes Paul II. eine energische Rede, die sich für immer in das kollektive Gedächtnis des Bezirks einprägte. Er brach mit der Kälte offizieller Reden und rief kraftvoll aus:
„Hunger nach Gott ja, Hunger nach Brot nein! Versucht nicht, euren Hunger nach Brot mit Lösungen zu stillen, die die Würde der menschlichen Person nicht respektieren... Lasst euch nicht von denjenigen instrumentalisieren, die eure Bedürfnisse in Hass und Gewalt lenken wollen.“
Papst Johannes Paul II. hinterließ in den Sanddünen des Bezirks nicht nur eine Botschaft des Glaubens und der Gerechtigkeit, sondern setzte auch eine physische und symbolische Geste von unschätzbarem Wert: Er überreichte der Gemeinschaft von Villa El Salvador ein päpstliches Goldmedaillon.
Diese Geste war eines der größten Zeichen der Anerkennung des Vatikans für die basisdemokratische Organisation der Stadt.
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