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Beratungsstelle für ältere Menschen und deren Angehörige e.V. :: Lisa Breitinger im Interview

Lisa Breitinger berichtet im Interview über ihre Arbeit bei der Beratungsstelle für ältere Menschen und deren Angehörige e.V.

Lisa Breitinger ist von Beruf Sozialarbeiterin, hat in Tübingen studiert und ist seither in der Beratungsstelle für ältere Menschen und deren Angehörige e.V. tätig. Der Verein wurde im Jahre 1978 gegründet. Seither werden dort, wie der Name schon sagt, nicht nur Senioren, sondern auch deren Angehörige beraten.

Die Beratung beinhaltet neben sachlichen Informationen zum Hilfenetz in Tübingen auch eine psychosoziale Beratung. Während sich ältere Menschen meist zu Themen wie beispielsweise dem Älter werden oder dem Umgang mit Verlusten informieren wollen, gehe es bei den Angehörigen meist um Themen wie Pflege, den Umgang mit speziellen Erkrankungen oder auch um spezifischere Angelegenheiten wie etwa Hilfe bei Konflikten. Je nach Mobilität der Klient_innen kann die Beratung auch bei einem Hausbesuch stattfinden. Dies helfe den Berater_innen auch, sich ein besseres Bild von der aktuellen Wohnsituation der Person zu machen.

Ziel der Beratung sei in jedem Fall immer, dass die Klient_innen so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können. Allerdings erschwere der Fachkräftemangel in der Pflege und fehlende Kapazitäten bei Pflegediensten dieses Ziel enorm. Umso wichtiger seien ehrenamtliche Helfer_innen. Diese werden von der Beratungsstelle unter anderem für das Angebot "Selbständig Leben im Alter" (SELMA) gesucht. Dabei besuchen Ehrenamtliche einmal pro Woche einen älteren Menschen, um Zeit zu verbringen und Dinge zu unternehmen. " Das soll auch für beide Seiten einen Mehrwert haben. Es geht nicht darum, einem älteren Menschen helfen zu müssen, sondern auch darum die Chance zu haben, etwas über die Lebenswelt von jemandem aus einer anderen Generation zu erfahren.", so Lisa Breitinger.

Über die Beratung hinaus hat die Beratungsstelle für ältere Menschen und deren Angehörige auch noch weitere Angebote. Neben Vorträgen, Fortbildungen und Supervision gibt es zwei Alzheimer-Angehörigen Gruppen. Außerdem gibt es seit diesem Jahr das Projekt "Dabei sein". Dabei werden Gelegenheiten in Form von Spazier- und Vespertreffen geschaffen, damit ältere Menschen mehr in Gemeinschaft und Kontakt kommen können. Das Projekt entstand als Antwort auf die Folgen der Corona-Pandemie, denn seither fühlen sich vor allem viele ältere Menschen einsam und haben Schwierigkeiten, wieder mit anderen Menschen in Kontakt zu treten.

Die Beratungsstelle befindet sich seit 2018 im "Nonnenmacher-Haus" in der Gartenstraße 28 in Tübingen. Neben den Büroräumen der Beratungsstelle und des Pflegestützpunkts Tübingen befinden sich im Nonnenmacher-Haus Wohngemeinschaften für Senioren. Darin wohnen 10 ältere Menschen verteilt auf drei Wohnungen. So soll älteren Menschen einerseits bezahlbarer Wohnraum geboten werden, andererseits leben sie dort in einer Gemeinschaft, um der Einsamkeit entgegenzuwirken.


Audio

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Interview_Lisa_Breitinger.mp3





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