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Cotonea - Bio und Fairtrade Textilien

Der Geschäftsführer Roland Stelzer von der Firma Cotonea mit Sitz in Bempflingen im Gespräch über Biobaumwolle, Fair Trade Zertifikate, Dünger und die Geschichte des Familienunternehmens

Roland Stelzer, Geschäftsfüherer des Unternhemens Cotonea, mit Sitz in Bempflingen, übernahm 1990 das Familienunternehmen und entschied sich 1995 dafür, auf Bio Baumwolle umzusteigen. Stelzer verlagerte die Produktion 1990, nach dem Fall des eisernen Vorhangs und der damit zunehmenden Konkurrenz am Markt, ins Ausland, um so das Unternehmen zu halten. Sein Ziel, das Unternehmen ökologisch und die Lieferketten fair zu gestalten sei praktisch eine intrinsische Motivation, so Stelzer.

Gegründet wurde das Unternehmen 1855 von zwei Schweizer Brüdern, die nach Würtemberg emigrierten um nach einem Standort mit einem Fluss für die nötige Wasserkraft und Arbeitskräften suchten. Fündig wurden sie schließlich in Bempflingen und gründeten das Unternehmen, welches bis zu Stelzers Übernahme noch unter dem Namen Elmer und Zweifel lief.

Die Baumwolle wurde anfangs aus Ägypten und später dann aus den USA bezogen, erzählt Stelzer. Die Technik zur Verarbeitung der Baumwolle sei allerdings ähnlich gewesen wie heute. Die Fasern werden gereinigt und gerichtet, sodass eine Art Vorgarn entsteht. Danach werden sie immer weiter verdünnt, bis dann der Garn entsteht, durch das wiederum eine Fläche, eine Textilie entstehen kann. Cotonea nutzt dafür die Technik der Weberei.

Um 1995 auf Bio Baumwolle umzustellen benötigte es neue Partner. Anbaugebiete des Unternehmens befinden sich in Kirgistan und Uganda. Das Unternehmen arbeitet hier mit Kleinbauern zusammen, die ihren eigenen organischen Dünger verwenden zur nachhaltigen Bearbeitung der Böden. Dies sei essentiell für die Mineralstoffe der Pflanze und damit auch für die Widerstandsfähigkeit der Pflanze gegenüber Schädligen. Mit diesen, aber auch mit den rund 35 weiteren Partnern, die an der Produktion der Textilien beteiligt sind, steht das Unternehmen in direktem Kontakt.  Stelzer ist es wichtig, die Erfahrungen und auch Probleme seiner Partner zu kennen, Vertrauen aufzubauen und miteinander zu kommunizieren.

Oftmals steht die Behauptung im Raum, Baumwolle benötige sehr viel Wasser. Das sieht Stelzer anders. Er erklärt, dass die Baumwollpflanze nur zu Beginn viel Wasser benötige, danach jedoch Hitze und Trockenheit. Damit sei der Wasserverbrauch im Gegensatz zu anderen Pflanzen nicht besonders hoch. Der Wasserverbrauch sei auch bei seinen Partnern in Kirgistan und Uganda in den letzten Jahren kein Problem gewesen. Wenn, dann, so Stelzer, sei es in Uganda sogar ein bisschen zu viel Regen gewesen. Dann verliere die Pflanze an Festigkeit, reife nicht gut und werde grau. Zu einer fairen Partnerschaft und einem nachhaltigen Umgang mit den vorhandenen Resourcen gehöre es dann aber auch dazu, die nicht so gute Ernte zu verwerten.

Das Unternhemen stellt sicher, dass die Textilien Bio und Fair Trade sind, indem es die IVN-best Standards einhält. Stelzer betonte außerdem, dasss diese Richtlinien eine tolle Hilfe darstellen, sofern man als Unternehmen wirklich nachhaltig arbeiten möchte. Außerdem seien die Standorte in Kirgistan durch EU-Bio vorgeschrieben und die in Uganda durch "Naturland.

Cotonea stellt Stoffe her, die dann an andere Unternhemen verkauft werden, produziert aber auch Textilien für Babys und Kinder und Textilien zum Thema Schlafen und Bad und verkauft diese unter anderem im Outlet in Bempflingen. Stelzer betonte zum Schluss noch einmal, dass das Bewahren der Umwelt, vor allem aber auch der wertschätzende Umgang mit den Menschen, die an der Produktion der Textilien beteiligt sind, für ihn oberste Priorität habe.


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