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dai Jubiläum

Am Mo. 4.7. fand die Sonderveranstaltung "Vom Amerika-Haus zum d.a.i.: 70 Jahre deutsch-amerikanische Kultur- und Bildungsarbeit in Tübingen" um 19:15 statt.

Das 1952 gegründete Amerika-Haus spielte bis in die 60er Jahre hinein die stärkste Rolle im Tübinger Kulturleben. Vor allem junge Menschen waren fasziniert vom American Way of Life, dem sie in der Tübinger Karlstraße begegnen konnten. Im Lauf der Zeit veränderte sich die Haltung und es kam zu Protesten – und 1981 sogar zu einer Besetzung der Räume. Nach den Anschlägen an 9/11 wiederum wurden Blumen vor dem Haus abgelegt und in der Wahlnacht 2008 vergossen etliche Tübinger*innen Freudentränen über Barack Obamas Sieg – Rolle und Reputation des d.a.i. in der Tübinger Stadtgesellschaft sind weiterhin im Fluss. Welche politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen prägten das Institut in den sieben Jahrzehnten? Wer organisierte die Einrichtung und wer hatte das Sagen? Welche Rolle spielt das d.a.i. im Tübinger Kulturleben heute und wo soll die Reise hingehen? Direktorin Ute Bechdolf hat fünf Gäste eingeladen, mit denen sie diese Fragen in lockerer Runde diskutieren wird.

In der Pre-Marshall-Zeit war das Konzept schon entstanden, amerikanische Kultur weiter zu verbreiten. Kultur also, war von Anfang an als Gegensatz zu der Nazi-Propaganda mitgedacht. Es diente zur Reeducation und Reorientation zur Demokratie. Heute sieht man in Kultur immer noch "soft Power". Herausforderungen sieht man im unterschiedlichen Kulturverständnis: die Deutschen sehen die Kultur als Bildungsgut, während die Amerikaner denken, dass man sich nicht unbedingt professionell mit Kultur umgehen muss.

Kurz vor dem Disskusionsrunde berichtete Yasmin Nasrudin, Amerikanistin u. d.a.i.-Mitarbeiterin über ihre Erfahrungen. Eine beeindruckende Anekdote erzählte sie uns, dass Schülerinnen aus Thüringen nach Tübingen gefahren sind, um sie über "black lives matter" zu besprechen und interviewen. Ihr Motto lautet: "Youthare the future".


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