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Apu – Portraits peruanischer Berge: Panoramafotographien und Berggeister

Die Vernissage zur Fotoausstellung "Apu – Portraits peruanischer Berge" vom Filmemacher und Fotographen Rodrigo Otero Heraud findet am Donnerstag, den 23. Juni um 18:30 Uhr am Rathaus Nehren statt. Apu ist im andinen Peru die Bezeichnung für die Berggottheiten, die bis heute weithin Verehrung genießen. Über den Berggeist haben das Paar Rodrigo und Maya viel zu erzählen.

Rodrigo ist nicht am Berg geboren, hatte aber schon in seiner Kindheit Kontakt zu Bergen aufgenommen. Als Jugendlicher ist er nicht ins Ausland gereist, sondern vielmehr in die Berge. Er fühlt auf dem Berge keine Einsamkeit oder alleinsein, sondern er fühlt sich von etwas beobachtet und dass er von oben herab betrachtet wird. Etwas, das ihn schützt und etwas Intelligentes steht dahinter. Er betrachtet den Berg als eine Person, oder genauer gesagt, als Apu, den Berggeist.

Der Berg ist aber nicht genau mit dem Berggeist identisch, sondern ist das Zuhause von Geistern. Man kann den Geist herausrufen und die Bergen können sich auf viele verschiendenen Weisen manifestieren. Einmal hat Rodrigo einen einäugigen Mann vor einem Berg getroffen, der Brot und Soda aus nirgendswo herausgenommen und ihm und seinem Bruder gegeben hat. Es ist ihm nicht wichtig, ob der Mann Geist oder nur ein normaler Mensch ist. Hauptsache ist, dass man was erlebt hat und daran glaubt. Der Gott hat nur seinen Sinn, wenn man daran glaubt und Respekt davor zeigt. Man kann manchmal den Wechsel der Energie der Berge spüren. Die Berge können auch verärgert sein.

Eine Annekdote erzählte uns Rodrigo: Er hat immer die Berge im Herzen um Erlaubnis gefragt, bevor er Fotos von den Bergen gemacht hat. Einmal hat er davor nicht gefragt, sondern einfach mit der Fotographie angefangen. Am Ende war seine Kamera kaputt. Das war ein verärgertes Zeichen vom Berg, deshalb hat er einige Jahre kein Foto gemacht.

Das Berg ist viel älter als wir, denn sie sind in Vergleich zu uns unsterblich, deshalb sind sie auch viel erfahrener und weiser als wir. Und sie bleiben immer sie selber. Rodrigo hält es für wichtig, dass wir versuchen, zu den Bergen Verbindung herzustellen und die Nachrichten von den Bergen weiterzuleiten. Rodrigo hat eine neue Technik entwickelt, um die Berge besser darzustellen. Er macht verschiedene Fotos zu verschiedenen Zeiten und setzen sie zusammen zu einem Panoramafoto. Es geht nicht darum, die beste Zeit und das beste Licht im Foto zu kriegen, wie die normalen professionellen Fotographer so machen. Es geht hauptsächlich darum, dass er mit dem Berg kommuniziert.

In Nehren dürfen sie frei die Wände suchen, wo sie die Fotos zeigen möchten. Rund um Rathaus haben sie sich schließlich dafür entschieden, da man häufig vorbei läuft. In der Vernissage spricht der Bürgermeister von Nehren und wird Musik gespielt. Als nächstes Projekt hat Rodrigo ein Buch über seine Fotographie geplant. Daneben steht noch ein Filmprojekt. In seinem privaten Leben sucht er immer weiter nach Gebirge, wo er Apu spüren kann. 


Audio

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Panoramafotographie_lang.mp3


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Panoramafotographie_kurz.mp3



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