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Hölderlin in der Musik

Viele Gedichte von Friedrich Hölderlin wurden in den letzten 200 Jahren vertont. Der Vortrag mit Musikbeispielen "Hölderlin in der Musik", sollte schon vor zwei Jahren stattfinden, um Hölderlins 250. Geburtstag zu feiern.

Viele Gedichte von Friedrich Hölderlin, einem der berühmtesten Dichter in Tübingen, wurden in den letzten 200 Jahren vertont. Der Vortrag mit Musikbeispielen in der vhs, "Hölderlin in der Musik", sollte vor zwei Jahren, 2020 stattfinden, um Hölderlins 250. Geburtstag zu feiern.

Ein großer Teil von Hölderlins Gedichten drückt seine Sehnsucht und sein Streben nach einem Ideal wie Freiheit, Freundschaft, Brüderlichkeit usw. aus. Die Metaphern in den Gedichten sind subtil und regen zum Nachdenken an. Hölderlins Lob für die zukünftige Gesellschaft, seine Unzufriedenheit mit der realen Welt und die Kompromisslosigkeit seiner philosophischen Gedanken sind die wesentlichen Merkmale seiner späteren Gedichte.

Seine Idealvorstellung, sein Vaterland von der Willkür befreien zu wollen, brachte Hölderlin in seinen Werken prägnant und klar zum Ausdruck: Er plädierte für eine aktive Erziehung der neuen Generation, damit sich die Persönlichkeit der neuen Generation harmonisch und umfassend entwickeln könnte. Seine poetischen Werke haben die Konnotation utopischer Klassik und Romantik zugleich, weshalb er als Wegbereiter der klassischen Romantik bezeichnet wird. Gleichzeitig achtete Hölderlin auch auf den Ausdruck seiner persönlichen Gefühle, zeigte Melancholie und Einsamkeit, die Unvereinbarkeit von Ideal und Wirklichkeit. Eine Brücke der Kommunikation zwischen der Klassik und Romantik wurde durch seine Gedichte gebaut.

Als Beispiel wird zuerst das Lied "Rückkehr in die Heimat" von Theodor Fröhlich abgespielt. Das Lied wurde ausnahmsweise zu Hölderlins Lebzeiten komponiert.

Warum so wenige Gedichte zu seinen Lebzeiten vertont wurden? Es bleibt eine komplizierte Frage. Jedoch die Vieldeutigkeit, die Halbwahrheit und die dialektischen Gedanken in den Gedichten und Liedern sind zu merken. Das Gedicht "An die Parzen" wurde von vier verschiedenen Komponisten vertont. Interessant ist, dass die Vertonungen von verschiedenen Komponisten unterschiedliche Schwerpunkte zeigen.

Hauer sucht nach Übereinstimmung. Der Vortrag der Lieder ist genau nach der Sprache des Dichters. Der musikalische Ausdruck ist dem Melos der Sprache abgehorcht. Anders als Hauer interessiert sich Hindemith für eine dramatische Ausgestaltung. Das Lied "Der Frühling" von Viktor Ullmann ist besonders interessant. Die Weltanschauung des Komponisten lagert sich oft in der Musik aus. Im Vergleich zu den anderen Vertonungen des gleichen Gedichts ist Ullmanns "Frühling" besonders düster, unterdrückt und schauerlich. In diesem Frühling wächst vor allem die Dunkelheit. In Kowalskis spätromantischer Vertonung hört man neben der Schönheit des Frühlings die einzelnen unharmonischen Elemente, als ob das einsame lyrische "Ich" die fröhlichen Menschen im Frühling mit etwas Abstand beobachtet. In Killmayers Frühling hört man das Zwitschern der Vogel.

Es war ein einzigartiges Erlebnis, verschiedene Vertonungen Hölderlins Gedichten zu vergleichen. Eine Veranstaltung im Rahmen von "Hölderlin in der Musik" "Orgel-/Klavierwerke solo" findet am 7. Juli statt, wo die Pianisten Shoko Hayashizaki und Michael Hagemann Beispiele von Klavierwerken live vorstellen werden.


Audio

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Hoelderlin_in_der_Musik.mp3





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