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Hilfstransporte in die Ukraine – Verena Schetter und Meike Reeck

Verena Schetter und Meike Reeck arbeiten im sozialen Bereich und schon seit Jahren mit Geflüchteten. Als der Angriffskrieg auf die Ukraine begonnen hat, entstand bei ihnen das tiefe Bedürfnis zu helfen. So entwickelte sich aus einer Idee ein Spendenaufruf und bereits eine Woche später der erste Hilfstransport an die polnisch-ukrainische Grenze.

Die Vorbereitung und der Weg nach Osteuropa war mit viel Anspannung und Stress verbunden. Erst einmal mussten sie überprüfen, was für solch eine Unternehmung alles benötigt wird. Sie sprachen sich mit ihrer Familie und ihren Bekannten ab und leiteten die nötigen Schritte ein. Es kamen jede Menge Spenden zusammen, unter anderem Winterkleidung, Schlafsäcke, Hygieneartikel und Verbandsmaterial. Mit zwei Transportern und zwei Anhängern nahm das Team, bestehend aus vier Leuten, den 1500 Kilometer langen Weg am 8. März auf sich. Auf dem Weg durch Polen und hin zur Grenze begegneten sie viel Polizei und Militär. Jedoch fuhren auch andere Hilfstransporte in dieselbe Richtung.

Durch Facebook wurde ihnen der Kontakt zu einem ukrainischen Zahnarzt vermittelt, der durch eine kleine Logistikflotte eigene Transporte von der Grenze hin ins Kriegsgebiet durchführt. So konnten sie nach knapp 20 Stunden Fahrt ein Logistikzentrum ansteuern, von welchem ihre Güter zum Weitertransport durch LKW´s vorbereitet wurde. Durch ihren Austausch mit den Menschen vor Ort konnten sie sich ein Bild von der Situation an der Grenze machen, während ihnen im Hinterkopf blieb, dass 500 Kilometer weiter Städte zerbombt werden und Menschen sterben.

Auf dem Rückweg nahmen sie eine Frau mit zwei kleinen Kindern mit nach Deutschland. Die Verständigung war eingeschränkt, doch die Trauer und Emotionen waren deutlich spürbar. Verena und Meike brauchten eine Weile, um all die Eindrücke und Bilder zu verarbeiten und wieder in der Heimat anzukommen. Zu Hause organisierten sie der Familie eine Unterkunft und regelten die Anmeldeverfahren.

Nach dem Motto „es muss weitergehen“ machten sie sich kurz nach Ostern zur zweiten Fahrt auf, diesmal sogar mit einem in Deutschland gekauften Transporter, welcher für Evakuierungen und Transporte im Kriegsgebiet angedacht war. Zu diesem Zeitpunkt wurden vor allem Hygieneartikel und Erste-Hilfe Materialien benötigt. Die Spendenbereitschaft war generell geringer als im Vergleich zu den ersten Wochen, doch sie hatten und haben weiterhin das Ziel, den Kontakt zu den Hilfskräften vor Ort aufrechtzuerhalten und sie mit verschiedenen Mitteln zu unterstützen.

Sie planen, ihr Ehrenamt weiter zu verfolgen und hoffen auch in den kommenden Monaten auf große und kleine finanzielle Unterstützung. Denn so können sich Verena und Meike am Besten auf die aktuellen Bedürfnisse vor Ort anpassen und Hilfe leisten.

Spenden sind unter folgendem Konto möglich:

Arbeitskreis Asyl Hechingen e.V.

Betreff: Ukraine Hilfe Verena und Meike

IBAN: DE75 6535 1260 0079 2368 36


Audio

Download (9,86 MB)
Interview_Hilfstransport_kurz.mp3


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Interview_Hilfstransport_lang.mp3



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