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Ausstellungseröffnung: Vivian Maier – In the Streets

Die Ausstellungseröffnung mit Livemusik "Vivian Maier – In the Streets" fand am Mittwoch, 04.05.2022 zum 70-jährigen Jubiläum des Deutsch-Amerikanischen Instituts Tübingen statt.

Die Fotoausstellung ist zu sehen ab Do. 05.05. bis Sa. 30.07. und von Di. 06.09. bis Sa. 24.09., Di.-Fr. jeweils von 9:00 bis 18:00 Uhr, Sa. von 11:00 bis 14:00 Uhr.

Vivian Maier wurde 1926 in der Bronx, New York geboren, hat ihre Kindheit mit ihrer Mutter in Frankreich verbracht und ist mit Mitte 20 zurück nach New York umgezogen. Sie hat in ihrem ganzen Leben als Kindermädchden und Pflegerin gearbeitet. Nach dem Kauf ihrer ersten Kamera im Jahr 1949 hat sie sich Fotografieren selbst beigebracht und nahezu jede Sekunde in ihrer Freizeit der Fotografie gewidmet. Insgesammt rund 150.000 Fotografien wurden aufgenommen. Ihre Arbeit wurden jedoch erst durch einen Zufall posthum entdeckt.

Der Generalkonsul der Vereinigten Staaten hielt einen Vortrag bei der Eröffnung und betonte neben der fotografischen Begabung Vivian Maiers den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Amerika und die Verstärkung der Freundschaft und Partnerschaft durch künstlerische Ausstellungen wie diese hier.

Die deutsch-amerikanische Duoband, Louise & Steffen, interpretierteten die Fotografien in die musikalische Welt. Die Sängerin Louise war von den Fotos und besonders von der Lebgeschichte der Künstlerin selbst berührt und inspiriert.

Die Leiterin vom Reutlinger Kunstmuseum, Frau Doktor Ina Dinter, bot die Einführung in die Arbeit von Vivian Maier. Schatten, Spiegelung und Kinderspiele sind beliebte Motive von Vivian Maier. Ihre Bilder sind oft flächig in dem Sinne, dass Vorder-. Mittel- und Hintergrund keine klare Trennung erfahren und mit dem Ebenen gespielt wird. Die Ironie und der Humor aus dem ärmeren, härteren Leben faszinieren das Publikum. "Ihre Fotographien sind ästhetisch, aber nicht unbedingt schön, was ich besonders interessant finde," sagte eine zuschauende Frau bei der Eröffnung. "In den Fotographien kristalisiert das Bild einer verschobenen Eigenbrötlerin und einer kunstinteressanten Frau heraus," kommentiert Fr. Dr. Dinter.

Am Ende wurde eine literarische Annäherung zu Vivian Maier von Vias Mahou zitiert:

"Ich bin. Du bist ... Was warst du? Eine Spionin ohne Gehalt. Eine Künstlerin ohne Publikum. Eine Frau ohne Kinder. Immer versteckt hinter deiner selbst. Du hast dich nicht gern angesehen. Du hast es nie gemocht. Immer nach innen oder hinter deinen Schatten blickend, und doch, trotz allem, hast du dich selbst beobachtet..."


Audio

Beitrag zur Eröffnung: Vivian Maier - In the Streets

Download (15,8 MB)
Street_Photograpphy_Vernissage.mp3


Vortrag von der Leiterin Reutlinger Kunstmuseum

Download (24,03 MB)
Dinter.mp3


Download (8,05 MB)
US.mp3



Bilder





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