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Prof. Stefan Krmnicek :: Spezialsammlung von antiken jüdischen Münzen

Im Gespräch mit Prof. Dr. Stefan Krmnicek, Archäologe und Juniorprofessor für Antike Numismatik am Institut für klassische Archäologie der Universität Tübingen, wurden uns antike jüdische Münzen näher gebracht – sowohl im edukativen als auch im physischen Sinne.

Eine Spezialsammlung von knapp 400 antiken jüdischen Münzen wurde durch eine Förderung der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs am Institut für klassische Archäologie der Universität Tübingen wissenschaftlich untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass die Münzen alle entscheidenden Epochen des antiken Judentums abdecken: die Dynastie der Hasmonäer, die Periode des Herodianischen Tempels, den Ersten Jüdischen Krieg und den Bar-Kochba-Aufstand. Sie spiegeln die aufständische Zeit in den Jahren von 100 vor Christus – 140 nach Christus wieder.

Zusammengetragen hat die Sammlung der Konditor Arthur Müller, der als Schiffskoch die Welt umsegelte und dadurch an vielen neuen Orten seine Münzsammlung erweitern konnte. Die Sammlung bestand aus 394 antiken jüdischen Münzen, welche aus den Landschaften Galilea, Samaria und Judäa stammen, wodurch nicht nur ein geographisch weiter, sondern auch ein zeitlich breiter Raum abgedeckt wird.

Prof. Dr. Krmnicek brachte uns Münzexemplare mit ins Studio, wo wir sie nicht nur bestaunen, sondern auch mit Latexhandschuhen anfassen durften. Die Münzen variieren von Größe und Aufdruck, unter anderem sind sie mit alt-hebräischen und alt-griechischen Schriftzeichen bedruckt. Die Symbolik reicht von Ankern und Sonnenzeichen bis hin zu Getreideähren und Tieren. Bedeutende Herrscher wie Alexander der Große verewigten sich auf diesen und mit ihnen ihr hellinistisches Herrschaftsbild. Die Münzen wurden als Massenmedium verwendet, wobei der Wert auf Quantität und nicht Qualität gelegt wurde. Die Herrscher nutzten sie, um ihre Anliegen mitzuteilen und als Legitimation ihrer Herrschaft.

Ausgewertet wurden die Münzen an der Universität Tübingen unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Krmnicek an der Numismatischen Arbeitstelle des Instituts für Klassische Archäologie.

Für geschichtlich und kulturell Interessierte ist die Sammlung im interaktiven Katalog des Münzkabinetts zur Ausstellung breitgelegt (IKMK). 


Audio

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Interview_Krmnicek_kurz.mp3


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