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Die Sache mit dem Müll: Ein Gespräch über das Bogenschütz Abfallunternehmen

Bogenschütz-Entsorgung und Recycling ist das zentrale Abfallwirtschaftsunternehmen im Zollern-albkreis. In einem Gespräch mit dem Geschäftsführer Uwe Bogenschütz wurde über die Geschichte des Unternehmens geredet, dessen Etwicklung und die Bedeutung und Wichtigkeit eines Abfallwirtschaftsunternehmens.

Über die Beginne des Unternehmens erzählt Uwe Bogenschütz: „Das Unternehmen wurde 1965 von meinem Onkel Alois Bogenschütz gegründet. Damals wurden Abfälle mit Kipplastern abgeholt, irgendwann haben einzelne Kommunen angefragt, ob er den Abfall von zuhause abholt und dann hat sich das immer weiter entwickelt und irgendwann kam dann die staubfreie Müllabfuhr und es wurden Behälter aufgestellt und einzelne Gemeinden haben dann bestimmte Aufträge vergeben und heute sind wir so weit, dass die einzelnen Landkreise europaweite Auschreibungen tätigen und das günstigste Abfallunternehmen bekommt dann den Auftrag. Heute sind wir unter anderem 80 Mitarbeiter*innen, haben vier Ausbildungsberufe und führen die kommunale, gewerbliche industriellen und privaten Abfälle in den Landkreisen Zollernalb, Rottweil, Tübingen und Freudenstadt durch.“

Das Gewerbe kennt Uwe Bogenschütz von klein auf und so durfte er auch schön früh mit auf die Fahrzeuge um den Müll miteinzusammeln. Er hat den Wandel des Unternehmens mitbekommen: „Alles bis auf Glas damals wurde auf die Deponie gefahren, Schrott, Sperrmüll, Restmüll Verpackungen Biomüll und 1992 kam dann das duale System auf den Markt „der grüne Punkt“ Rücknahme von Verpackungen, dann kam der gelbe Sack und Jahr für Jahr auch durch die Gesetzgebung hat sich diese Trennund der Abfälle ergeben. Es wurden dann immer mehr Recyclingprozesse entwickelt und so hat sich das ganze etabliert. Heute kommen auf die Deponie nur noch Abfälle die nicht verbrannt werden können oder nicht in den Recyclingprozess gehören.“

Wenn der Müll im Bogenschütz Abfallwirtschaftsunternehmen angekommen ist wird er dort umgeschlagen, gelagert und in wenigen Fällen weiterverarbeitet.

„Altpapier wird beispielsweise verpresst zu Paketen mit etwa 400kg und dann an andere Unternehmen geliefert, die mit dem gepressten Material weiterarbeiten. Ein weiteres Beispiel ist Altholz, dies wird hier vorbehandelt. Dabei werden Wertstoffe aussortiert. Das Altholz ist dabei in die verschiedenen Kategorien „unbelastet“ „ein wenig belastet“ „mit PVC behaftet“ und „gefährlich“ eingeteilt. Heißt, dort werden gewisse Grenzen überschritten. Nach der Zerkleinerung gehen das wenig belastete Altholz in die Spannplattenindustrie. Das andere geht in die Biomasseheizkraftwerke, die wiederum Wärme und Strom erzeugen. Darunter wird auch eine Kreislaufwirtschaft verstanden, da Produkte in den Verkehr gebracht werden und daraus neue Produkte entstehen.“

Zum Schluss äußerte Herr Bogenschütz den  Wunsch für mehr Wertschätzung und Anerkennung: „Mein Wunsch ist, dass das Image der Branche entsteht und hervorgeoben wird, wie wichtig wir sind. Was wäre wenn morgen meine Fahrer*innen sagen: Ich fahre nicht mehr. Wir hätten ein Riesenproblem.“ Die meisten Menschen die das Unterrnehmen besuchen sind überrascht wie sauber es hier ist und wie gewissenhaft getrennt wird."


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