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Bunte Wiese :: Biodiversität in Tübingen

In der zweiten Stunde des Lokalmagazins waren Anni und Sanja vom Tübinger Verein "Bunte Wiese" zu Gast und haben von ihrer Arbeit erzählt.

Mittlerweile gibt es viele Projekte zum Erhalten der Biodiversität von Pflanzen und Insekten, egal ob von Privatpersonen oder Vereinen. Der Tübinger Verein "Bunte Wiese" ist so einer.

Anni und Sanja, die bei "Bunte Wiese" tätig sind, haben erzählt, was die Philosophie des Vereins ist. Und die ist keine Überraschung, denn es geht schlicht darum, Biodiversität zu erhalten und zu steigern. Um die Leute auf das Thema aufmerksam zu machen, haben sie immer wieder Infostände und Workshops im Angebot.

Um möglichst viel für die Erhaltung der Artenvielfalt zu tun, gibt es das Mahdgut-Konzept. Hierbei wird das gemähte Gras auf der Wiese abgetragen, um das Entstehen von neuen Pflanzen zu fördern. Dieses Konzept wendet "Bunte Wiese" auf Modellwiesen der Stadt Tübingen an. Anni und Sanja erklärten, dass sich eigentlich jede Wiese dazu eignet, die nicht zu sehr beansprucht wird. Liegewiesen würden sich also weniger eignen.

Die Modellwiesen entdecken sie, wenn sie in der Stadt unterwegs sind. Dann sprechen sie mit der Stadtverwaltung, ob die Wiese in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden kann. Zum Teil kommen aber auch Wohnbaugesellschaften oder Privatpersonen auf  die "Bunte Wiese" zu, weil sie Wiesenflächen haben, die sie gerne zugunsten des Ausbaus der Biodiversität zur Verfügung stellen wollen. Generell schätzen Anni und Sanja die Situation in Tübingen als mit 56 Einzelwiesen und entsprechend 15 Hektar Nutzungsfläche als relativ fortschrittlich ein, denn gerade mit der Stadtverwaltung gebe es eine sehr positive und konstruktive Zusammenarbeit.

Im Interview sprachen sie auch darüber, welche Mähgeräte sich besonders eignen. So seien Multimähgeräte eher ungünstig, während Sensen optimal sind, allein schon weil sie keinen Strom verbrauchen und keine Abgase  produzieren. Privatpersonen könnten ihr Gemähtes entweder in  den Kompost geben und diesen als Dünger verwenden oder Häckselplätze zum Entsorgen nutzen. Die ideale Höhe des stehengelassenen Grases beläuft sich auf acht bis zehn Zentimeter.

Ebenso erklärten sie, dass es besser ist, je weniger man mäht, weil dann am meisten neue Pflanzen wachsen. Was dann aber schlussendlich wächst, kann immer variieren.

Schlussendlich gaben die beiden noch einen Ausblik auf das, was bei der "Bunten Wiese" in naher und ferner Zukunft ansteht. Dazu gehört das Aufbereiten der Daten, damit man sie nutzen kann sowie das Pflegen der Website und der Social Media Kanäle.  Zudem verschriftlichen sie gerade das Mahdgut- Konzept und wollen dazu eine Broschüre gestalten. Um in ihrer Arbeit voran zu kommen, treffen sich die Mitglieder des Vereins einmal im Monat, um sich zu besprechen. Anni und Sanja hoffen auch darauf, dass es vielleicht irgendwann ein pädagogisches Konzept gibt, das Kindern und Jugendlichen die Natur näher bringen soll.


Audio

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Interview_Bunte_Wiese_lang.mp3


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Interview_Bunte_Wiese_kurz.mp3



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