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Joachim Zelter :: "Die Verabschiebung"

Der Roman "Die Verabschiebung" wurde zu einem konkreten Anlass geschrieben: Der Ehemann der Schwester des Autors Joachim Zelter wurde abgeschoben. Die literarische Fiktionalisierung der Geschehnisse stellte den Autor vor einige Herausforderungen.

Im Roman "Die Verabschiebung" begleitet man als Leser*in den zermürbenden Kampf um das Bleiberecht von Faizan, einem pakistanischen Mann. Von einem Anwalt zum nächsten, über bürokratische Hürden und vom Misstrauen der Behörden begleitet, zieht sich ein jahrelanger kafkaesker Prozess hin. Joachim Zelter schafft es dabei durch eine klare Sprache und Überspitzungen die Realität "bis zur Kenntlichkeit zu entstellen". Die kämpferische Julia, Faizans Ehefrau, trägt dabei im düster-trüben Maschinenraum der Abschiebung die Fackel der Aufklärung. Diese Fackel ist allerdings einem äußerst scharfen Wind ausgesetzt.

Ein weiteres Thema im Roman ist die Ehe als bürgerlicher Vertrag. Diese wird von Julia äußerst kritisch gesehen, weshalb sie einen harten inneren Kampf ausfechten muss. Wenn sie ihre Liebe retten will, darf sie ihrer Überzeugung nach nicht heiraten, weil dies das Ende der lebendigen Beziehung bedeuten würde. Durch die staatlich erzeugten Gegebenheiten muss sie allerdings heiraten, um ihre Beziehung zu retten. Außerdem spricht eine Stimme der Gerechtigkeit in ihr: Sie ist von Geburt an einfach im Besitz eines Rechtes, das Faizan trotz starker Bemühungen heftig abgestritten wird: in Deutschland zu bleiben.


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