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Matthias Gruner, Lehrer und stellvertretender GEW-Vorsitzender im Interview

Über Pandemiebedingungen in Schulen, Lehrkörpermangel und Bildungsqualität spricht Matthias Gruner im Lokalmagazin.

Seit einem Jahr muss man sich im Schulwesen immer wieder auf neue Strategien einstellen, die wegen der Pandemie ausgehandelt werden. Aktuell warten Schulen auf die nächste Strategie des Kultusministriums, die nach Ostern bekannt gegeben werden soll und dann innerhalb weniger Tage umgesetzt werden muss. Die Stimmung sowohl der SchülerInnen als auch der LehrerInnen unter diesen Bedingungen verschlechtert sich, man werde erschöpft, sagt Gruner. Lehrende müssen nicht nur den Unterricht vorbereiten und auf inhaltliche Qualität achten, sondern auch die technischen Hürden meistern, ständig neu organisieren und auf die Qualität der digitalen Lehrmöglichkeiten achten. Eine Weiterentwicklung durch Fortbildungen oder lokale, außerschulische Möglichkeiten fehle immer mehr. Ersteres liege allerdings nicht an der Pandemie, so Gruner, sondern daran, dass das System bröckle. 

Matthias Gruner entdeckte seine Freude an der Arbeit mit Kindern als er in seinen 13 Monaten als Zivildienstleistender im Kinderhort war. In Heidelberg ging er auf die pädagogische Hochschule und konnte auch in seinen Nebenjobs eine Vorbereitung auf den Lehrjob sehen. Zu dieser Zeit war er schon politisch aktiv, setzte sich gegen Atomkraft und Krieg ein und engagierte sich beim Asta - klar, dass Gruner die politischen Bedingungen der Bildungsarbeit ebenfalls mitgestalten wollte. So kam er zur  GEW, der "Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft" Tübingen/Reutlingen. Heute ist er dort stellvertretender Kreisvorsitzender. Die Arbeit bei der GEW ist ehrenamtlich. 

Die Rollen Lehrer und Gewerkschaftler ergänzen sich häufig, erzählt Gruner, eine Trennung zwischen den beiden sei dennoch vorhanden. Auf die Frage nach politischer Neutralität von Lehrenden antwortet er bedacht und erwähnt den Beutelsbacher Konsens: Nach dieser Richtlinie sollen Lehrende ihren Schülern politische Vielfalt auf demokratischem Boden zeigen. Keine einseitige Beeinflussung und keine Erziehung zu politisch unmündigen Erwachsenen, die "zu allem Ja und Amen sagen." Transparent, gerecht und klar sollten Lehrende sein. 


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