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Die Gedenkkundgebung zur Selbstverbrennung des Kahve Yazdani

Vor sieben Jahren verbrannte sich der Ex-Iraner Kahve Yazdani hinter der Stiftskirche Tübingen. Eine Kundgebung in seinem Gedenken sprach von seinem Leiden und dem Asylsystem, das viele Menschen zur Verzweiflung treibt.

Hinter der Stiftskirche Tübingen stehen vier Platanen. Am 20. Februar sind darunter Kerzen angezündet, eine Blumenvase steht an einem Baum und daneben eine menschliche Form. Eine selbstgebaute Skulptur aus Draht und Papier, schwarz angemalt, Beine fehlen. Rote und gelbe Flammenzungen stehen um den Leib herum. Ein Denkmal an Kahve Yazdani, dessen Feuertod sich an diesem Tag jährt. 

Warum er sich auf diese grauenhafte Weise selbst tötete, kann niemand sicher sagen, denn einen Abschiedsbrief gibt es nicht. Der Akt der Selbstverbrennung ruft jedoch Erinnerungen an Ereignisse solcher Art hervor, die einen politischen Aspekt hatten. Yazdani postete einen Tag vor seinem Tod auf Facebook ein Bild eines Mannes, der sich vor dem iranischen Ölministerium auf die gleiche Weise umbrachte. Seine Bekannten sind überzeugt, dass sein Tod mit seinem Status als Flüchtling und der daraus rührenden Verzweiflung zu tun hatte. 

Yazdani war aus dem Iran nach Deutschland geflohen, weil er als Menschenrechtsaktivist im Iran gefährdet war. Fast zehn Jahre lang bekam er keine Aufenthaltserlaubnis und die Familie, die im Iran zurückgeblieben war, durfte nicht nachkommen. Er lebte in Tübingen und versuchte mit einem Infostand vor der Stiftskirche, über die Verhältnisse im Iran aufzuklären. Irgendwann bekam er einen Termin für die Generalprobe der Deutschprüfung im Level C1, was er wahrscheinlich geschafft hätte. Jedoch schien ihm die Kraft ausgegangen zu sein. Am Tag darauf entschied er sich für den Tod, der, wie er auf Facebook schrieb, besser für ihn sei als so zu leben. 

Wenn sein Suizid ein Signal mit großer Reichweite sein sollte, so hat er diese Wirkung nicht erreicht. Hinter der Stiftskirche deutet nichts auf ein solches Ereignis hin. Mindestens eine Gedenktafel oder ein Mahnmal sollte an diesem Ort an ihn und andere Flüchtlinge erinnern, fordern die Veranstaltenden der Kundgebung. 

 


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