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Haus Bittenhalde :: Glauben, Leben, Pilgern am Albtrauf

Claudia Haasis ist Leiterin der Tagesstätte Haus Bittenhalde bei Balingen. Im Interview spricht sie mit Begeisterung von ihrem Job, den Angeboten des Hauses und der umliegenden idyllischen Natur.

Das Haus Bittenhalde ist eine Tagungsstätte, die von der evangelischen Kirche getragen wird. Es ist nah bei Balingen, aber in der Natur des Albtraufs gelegen, sodass man dort die Ruhe genießen kann. Das Haus der Begegnungen kann seinen Zweck momentan nicht erfüllen; Claudia Haasis blickt dennoch zuversichtlich in die Zukunft.

Bittenhalde war nicht immer eine Tagungstätte. In den 50er Jahren wurde das Haus von der Kirche gebaut, um nach dem Krieg Jugendlichen ein Freizeitangebot zu machen. Seit 1972 besteht das Haus in seiner heutigen Form, nächstes Jahr wird das 50. Jubiläum gefeiert.

Seitdem wird dort Raum angeboten, um Seminaren, Tagungen und verschiedenen Freizeitaktivitäten nachzugehen. Haasis berichtet von Wanderungen mit Gesang, Pilgerfahrten in der Region, künstlerischen Tätigkeiten wie Steinmetzen und Besuchen in Museen oder meditativen Veranstaltungen. Man lege Wert auf Gemeinschaft und Veranstaltungen, die für Herz, Seele und Geist da seien. Dazu gehören oft Glaubensaspekte, doch sie betont, dass keine missionarischen Ansprüche vorhanden seien. Jede*r sei im Haus Bittenhalde willkommen, unabhängig von der Religion. Ihre persönliche Haltung beschreibt sie als "auf einer Linie mit der evangelischen Kirche" und sagt, Frieden könne nur dann im Großen gelingen, wenn er auch im Kleinen gelingt. Respektvolle Begegnungen seien daher der erste Schritt zum Weltfrieden.

Haasis kommt ursprünglich aus der Region beim Albtrauf, war aber nach ihrem Studium der Verwaltungswissenschaft 20 Jahre lang außerhalb Deutschlands. Als sie dann vor 3 Jahren auf der Suche nach etwas Neuem war, fiel ihr die Anzeige in die Hände, in der die Stelle der Leiterin des Hauses Bittenhalde ausgeschrieben war. Dort hatte sie mit 13 Jahren ihren Konfirmationsspruch ausgesucht. Heute ist sie dort als Leiterin tätig und entwickelt Seminare, kümmert sich um Öffentlichkeitsarbeit und die Kontakte, macht die Buchhaltung und hat immer etwas zu tun. Sie ist die erste Frau auf diesem Posten, aber sieht sich deshalb nicht im Nachteil.

Besonders scheint ihr das Wandern am Herzen zu liegen: Als Wanderführerin des Schwäbischen Albvereins und zertifizierte Pilgerführerin begleitet sie Menschen auf ihren Wegen. Diese Arbeit beschreibt sie als seelsorgen, organisieren, behüten und Gemeinschaft schaffen. Durch das Pilgern könne man über sich selbst und Lebensentscheidungen reflektieren und eine neue Perspektive auf die eigene Situation bekommen. Sie selbst hat sich auf diese Weise schon Klarheit geschaffen. Pilgern, sagt sie, nennt man auch Beten mit den Füßen.


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