Login
AKTUELL 11.06.2024
Wolltest du schon immer mal selber Radio machen und deine Stimme in der Region verteilen? Jetzt ist deine Chance! ?? >> weiterlesen

 Infos und Regionales


LOKALMAGAZIN


Beiträge & Artikel

Was für ein Theater :: 40 Jahre Theater Lindenhof

Studierende der empirischen Kulturwissenschaft (EKW) der Uni Tübingen haben sich in einem Projekt mit dem Theater Lindenhof auseinandergesetzt. Die Leiterin des Projekts und drei der Teilnehmerinnen erzählen, was an dem Theater auf der Alb so besonders ist.

Das Masterprojekt mit dem Titel „Heimattheater für die Welt – 40 Jahre Theater Lindenhof in Melchingen“ hat MasteranwärterInnen der EKW mit und ohne Vorkenntnisse im Theater angezogen. Gesa Ingendahl, die Projektleiterin, erzählt, wie das Thema des Projektes zustande kam: Weil einige der MacherInnen des Theaters Lindenhof ehemals EKW in Tübingen studiert hatten, regten sie an, zum 40. Jubiläum einen Einblick zu gewähren. Die Studentinnen Ann-Sophie Knittel, Karina Wasitschek und Nora Plemper berichten von ihren jeweiligen Einblicken.

Der Rahmen des Projektes wurde mit dem Titel nur abgesteckt; die konkreten Untersuchungsfelder sollten dann von den Studierenden ausgesucht werden. Hauptsächlich stellten sie sich Fragen nach der Beschaffenheit von Alltag und ländlichen Gegenden, nach dem Begriff Heimat (das Theater wird oftmals von außen als Heimattheater bezeichnet) und nach Kultur im ländlichen Raum.

Die Studierenden teilten sich in drei Forschungsgruppen auf. „Sprechen über“ beschäftigte sich mit der Außenperspektive auf das Theater. Viele der Stammgäste kommen aus umliegenden Städten und betrachten das Theater als einen vereinzelten kulturellen Punkt auf der Alb, der dennoch fest mit der Umgebung verwurzelt ist. Obwohl Kultur und ländliche Region sich natürlich nicht ausschließen, ist ein solcher Ort wie das Theater Lindenhof für viele Menschen ungewöhnlich. Es steht im Spannungsfeld zwischen den vermeintlichen Gegensätzen Schwäbische Alb und Welttheater.

Die Gruppe „Global Player durch Spätzle mit Soß“ betrachtet vor allem die hintergründige Organisation des Theaters, des Spielplans, und die regionalen Eigenschaften. Obwohl das Theater mit der Region und den Dialekten verbunden ist, beschränkt sich das Programm nicht auf ein enges Themenfeld. Seit einigen Jahren versteht es sich als „kritisch poetisches Volkstheater mit Kernbezug zur Region Schwäbischen Alb.“ Dies ist die große Idee des Theaters Lindenhof. Politisches soll auf poetische Weise auf die Bühne gebracht werden.

„Vorhang auf hinter den Kulissen“, die dritte Forschungsgruppe, begleitete die Menschen des Theaters, die sich um die Technik kümmern und den laufenden Betrieb organisieren. Der Arbeitsalltag im Theater Lindenhof ist kein regelmäßiger: In Eigenverantwortung wird dort das getan, was gerade ansteht, man arbeitet im Team und mit flachen Hierarchien. Diese gemeinsame Arbeitsatmosphäre wird in der folgenden Ausstellung mit einem Werkzeugkoffer veranschaulicht. Darin liegen ein Schraubenzieher für die tägliche Arbeit, eine Brotdose, die das gemeinsame Pause machen repräsentiert, ein Handy, weil sich die MacherInnen immer kontaktieren und um Hilfe bitten können, und ein Bier, das verkörpert, dass man sich auch nach Feierabend noch manchmal trifft.

Die TeilnehmerInnen des Projektes haben ein Buch publiziert, "Was für ein Theater - 12 Einblicke ins Theater Lindenhof", das bei der Tübinger Vereinigung für Volkskunde herausgebracht wird. Eine Wanderausstellung mit 12 Stationen wird es auch geben; diese ist im Theater Lindenhof zu sehen und wird am 18. Februar eröffnet.


Audio

Download (77,72 MB)
Interview-Lang.mp3


Download (15,48 MB)
Interview-Kurz.mp3



Bilder





Freies Radio Wüste Welle, Hechinger Str. 203, 72072 Tübingen :: +49 7071 760 337 :: buero@wueste-welle.de