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IMI-Kongress 2020 :: Geopolitik im Schatten der Pandemie

Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) hielt ihren jährlichen Kongress 2020 im Radio und in digitaler Form. Inhaltlich sollte das Handeln von Institutionen der „sogenannten Sicherheitspolitik“ genauer in den Blick genommen werden. Beim Panel „Geopolitik im Schatten der Pandemie“ thematisiert Christoph Marischka geoplolitischen Verschiebungen, welche die Pandemie auslöste. Andreas Seifert greift den relativen Machtverlust „des Westens“ auf und kontrastiert in diesem Kontext den Aufstieg Chinas.

Welche geopolitischen Verschiebungen die Pandemie mit sich bringe, ließe sich noch nicht abschließend feststellen, so Christoph Marischka (IMI-Vorstand) einleitend im folgenden Panel des IMI-Kongress. Anders als zunächst vielleicht erwartet, traf sie den globalen Norden bislang härter, als den globalen Süden. Auch die ganz große Wirtschaftskrise sei ersteinmal ausgeblieben und in den großen wirtschaftspolitischen Denkfabriken und Beratungsunternehmen sei ein erstaunlicher Optimismus erkennbar, was die nun möglichen Transformationen angehe.

In der EU wolle man die Pandemie nutzen, um das bereits 2016 formulierte Leitbild der „strategischen Autonomie“ umzusetzen, indem man Liefer- und Wertschöpfungsketten schließt. Es drohe eine informationstechnische und und informationelle Blockbildung mit einem erhöhten Risiko militärischer Konfrontationen zwischen Großmächten.

Auf die Rolle Chinas vor und während der Pandemie ging Andreas Seifert, ebenfalls IMI-Vorstand, näher ein. In seinem Beitrag versuchte er der Wahrnehmung Chinas als zunehmend geopolitisch agierendem Akteur Gestalt zu geben. Der Aufstieg Chinas und der als „Nidergang des Westens“ diskutierte relative Machtverlust Europas und der USA habe sich im Zuge der Pandemie bestätigt.

Die entscheidende Frage sei nun, ob man diesen hinnehme oder mit aller Gewalt aufhalten wolle. Wohl auch um gängigen Klischees entgegenzuwirken, zeichnete Seifert ein ambivalentes Bild der gesellschaftlichen Entwicklungen in den vergangenen Jahren in China. Einerseits sei es dem Regime gelungen in großen – aber nicht allen – Teilen der Gesellschaft Wohlstand bzw. ökonomische Sicherheit signifikant zu steigern. Zugleich gehe dies v.a. in den letzten Jahren mit einem gewaltigen Ausmaß an Überwachung und Repression einher.


Audio

Vortrag von Christoph Marischka zum Nachhören

Download (61,7 MB)
Panel3_Marischka.mp3


Vortrag von Andreas Seifert zum Nachhören

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Panel3_AndreasSeifert.mp3


Fragerunde zum Nachhören

Download (76,36 MB)
Panel3_Fragerunde.mp3



Bilder




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