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Die Informationsstelle Militarisierung :: Kongress "Politik der Katastrophe"

Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. arbeitet seit 1996 breitgefächert an Themen der Friedenspolitik. Im Fokus liegt die Rolle Deutschlands in der Welt. Der IMI-Kongress steht jetzt vor der Tür, am Samstag, dem 21.November. Aber dieses Jahr ist alles anders – wie wird es nun, während der Pandemie, ablaufen?

Der IMI-Kongress findet jedes Jahr an einem langen Wochenende, mit bis zu 200 Besucher*Innen, statt. Ein soziales Event, zu dem Menschen aus der Umgebung und von weiter weg anreisen. Innerhalb der Friedensbewegung kennen sich die Leute mittlerweile gut, aber es gibt auch immer wieder neues Publikum und Zuwachs an jungen Leuten. Die IMI ist bundesweit vertreten, mit Sitz in Tübingen.

Durch die aktuelle Pandemie bemühte sich die IMI für den Kongress um eine hybriden Veranstaltung, um ein „Verkriechen ins Internet“ zu vermeiden. Der Plan war zu Beginn, eine Präsenzmöglichkeit anzubieten in zwei Räumen des Sudhauses. Durch den zweiten Lockdown jetzt im November, musste die Idee mit der Präsenzveranstaltung leider komplett gestrichen werden. Doch es läuft nun als Radioevent in Kooperation mit der Wüste Welle weiter. So sendet das Radio über den gesamten Kongress und macht die Veranstaltung auch über Livestream zugänglich. Das Programm selbst wird dadurch etwas verkürzt und beschränkt sich auf den Samstag. Der Plan ist jetzt, gezwungenermaßen auf persönlichen Austausch in der Öffentlichkeit zu verzichten.

Beim Auftakt zum IMI-Kongress 2020 werden beim Panel "Politik der Katastrophe drei Referent*Innen vor den Mikros sitzen. Als erstes Jacqueline Andres, die das Buch „The Shock Doctrine“ von Naomi Klein vorstellen wird. Die nächste Referentin wird aus Beirut zugeschaltet. Die Leiterin des dortigen Büros der Rosa Luxemburg Stiftung wird erzählen, welchen Wandel Gesellschaft und Politik im Libanon nach der Explosionskatastrophe durchmachen. Der letzte Referent im ersten Block ist Jurist und schreibt für das Magazin „Cilip“ des Instituts für Bürgerrechte und Polizei. Am Beispiel von Gesetzesverschiebungen durch die Pandemiesituation in Deutschland zeigt er das Verhältnis zwischen Katastrophen und Recht auf.

Christoph Marischka ist schon seit fast 20 Jahren bei der IMI aktiv. Ende der 90er führte ihn sein Politikwissenschaftsstudium nach Tübingen. Zu dieser Zeit war der völkerrechtswidrige Kosovokrieg in vollem Gange. Da dieses Thema an der Uni nur mangelhaft aufgearbeitet wurde, suchte und fand er seine Informationen bei der Informationsstelle Militarisierung durch ein Praktikum, wo er nun immer noch tätig ist.

Unabhängigkeit ist, nach Marischka, in der Wissenschaft disziplinabhängig gegeben. Dennoch werden bestimmte Bereiche zu wenig beleuchtet,  beispielweise finde die Militärthematik in der Politikwissenschaft weniger Anklang und in der Geografie oder Anthropologie würden zu diesem Thema oft spannendere Impulse geliefert.

Die großen Friedensforschungsinstitute unterliegen oftmals dem Bestimmungsdruck durch gängige Förderpraktiken aus Politik und von Regierungen. Diese pushten das Narrativ „Intervenieren heißt Frieden schaffen“ und ließen somit wenig andere Strategien oder Konzepte für Frieden zu. Marischka sieht die mangelnde Kritik aus den Friedensforschungsrängen wie beispielsweise am Afghanistaneinsatz, als problematisch an. Empirisch gingen solche Sachen eigentlich immer schief – „Waffen schaffen keinen Frieden“. Hier vermisst er nennenswerte Kritik von der Friedensforschung in der politischen Diskussion. Dafür setzt sich die Informationsstelle Militarisierung ein.


Audio

Jingle zum IMI-Kongress 2020

Download (1,38 MB)
IMI-Kongress-Jingle.mp3


Jingle zum IMI-Kongress 2020 kürzere Version

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IMI-Kongress-Jingle_kuerzer.mp3


Das Interview in der Kurzform

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Interview__kurz_2.mp3


Das ganze Interview zum Nachhören

Download (74,32 MB)
Intervew_lang.mp3





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