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Theater die Tonne :: Keine Macht für Niemand und Die Wanze

Das Theater die Tonne berichtet, wie Veränderungen „in Zeiten von Corona“, wie beispielsweise Abstandsregelungen, den Spielbetrieb beeinflussen und welche Auswirkungen die Pandemie auf die generelle Bedeutung von Theater hat. Zudem werden zwei aktuelle Stücke aus dem Programm vorgestellt. Neben Protestliedern, die das Leid der Geschichte veranschaulichen und gleichzeitig Zusammenhalt und Stärke symbolisieren, geht Privatdetektiv Wanze Muldoon auf eine Mission, die immer größere Dimensionen annimmt.

Mit umfangreicheren Hygienemaßnahmen wie abgeklebte Laufwege im Foyer, eine geschlossene Garderobe und eine gute Belüftungsanlage steht dem Theatergang auch in Corona-Zeiten nichts mehr im Wege. Die flexible Bestuhlung der Tonne sichert die Einhaltung der Abstandsmaßnahmen und ermöglicht den Einlass von bis zu 80 BesucherInnen. Auf der Basis von Kartenvorbestellung, können die Sitzplätze dementsprechend angeordnet werden und TheatergängerInnen haben die Möglichkeit, bis in Vierergruppen beisammen zu sitzen.

Im Publikum werden seit vergangenem Freitag ebenfalls Masken getragen. Dies führte besonders anfangs zu Irritationsmomenten, da man durch die Masken mimisch keine Rückmeldung mehr bekomme. Jedoch meint David Liske er habe das Gefühl, dass aktuell die Begeisterung für das Theater gewachsen sei. Somit nehme er paradoxerweise eine „andere Nähe“ und einen größeren Zusammenhalt zwischen Bühnenagierenden und dem Publikum wahr. Auch im Spielbetrieb müssen Abstandsmaßnahmen eingehalten werden. So erfordern Stücke, in denen die SchauspielerInnen sich beispielsweise umarmen sollten oder aneinandergefesselt sind, kreative Lösungen, die in das Spiel integriert werden und die Abstandsmaßnahmen erklären.
 
Aktuell ist das Stück „Keine Macht für niemand“ zu sehen, welches auf der Idee von Heiner Kondschak basiert. Protestlieder aus diversen Jahrhunderten werden musikalisch und szenisch dargestellt. Thematisiert werden neben Bauernaufständen, auch die IRA und Geschichten über die Apartheid. Chronologisch und teilweise mit größeren Zeitsprüngen werden ZuschauerInnen durch historische Ereignisse geführt. Deutlich wird dabei, dass sich unterschiedliche Unterdrückungsformen häufig in anderen Kontexten und Ausprägungen wiederholten.

Szenische Schauspieleinlagen unterstützen Entstehung und Hintergrund der Lieder begreifbar zu machen. SchauspielerInnen fungieren in diesem Sinne als wandelnde Zeitarchivare, die anhand unterschiedlicher Medien Informationen sammeln. Figuren der Zeitgeschichte wie beispielsweise Martin Luther treten ebenfalls mit Originalzitaten auf und ermöglichen dem Publikum tiefere Einblicke in die Geschichte. Gegen Ende des Stücks tritt auch noch eine aktuelle Figur auf. Um wen es sich hierbei handelt, wird aber noch nicht verraten.
 
Kommenden Freitag ist die Premiere des Insektenkrimis "Die Wanze" zu sehen. Verschiedene Insekten erfüllen nach ihrem biologischen Charakter eine bestimmte Funktion. Die Wanze Muldoon ist Privatdetektiv und übernimmt die Rolle des Ich-Erzählers. Widerwillig nimmt dieser einen Auftrag des Ameisenstaates an, individualistisch gewordene Ameisen auszukundschaften. Versatzstücke aus klassischen Krimis fließen in die Insektenwelt ein, was eine gewisse Komik mit sich bringt und eine ironische Distanz erlaubt. Trotzdem gehe es in dem Stück ans Eingemachte, da die politische Dimension und verschiedene Staatsformen in den Blick genommen werden. So erleben die einen das Stück als heitere Krimiparodie, während andere größere Themen und Problematiken in dem Schauspiel erkennen können.


Audio

"Die Wanze"

Download (16,07 MB)
Interview_Die_Wanze.mp3


"Keine Macht für niemand"

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Interview__Keine_Macht_fuer_niemand-2-.mp3


Interview zum Nachhören

Download (69,65 MB)
Interview_lang.mp3



Bilder





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