Login
AKTUELL 16.04.2026
Zum Tod von Gerda Maria Pflock: Autorin, Redakteurin, Querköpfin >> weiterlesen

 Infos und Regionales


LOKALMAGAZIN


Beiträge & Artikel

37. Französische Filmtage :: Christopher Buchholz

Zu Gast ist Christopher Buchholz, Schauspieler und bereits seit 2010Leiter der französischen Filmtage in Tübingen, Stuttgart, Rottenburg und Reutlingen. Doch in diesem Jahr, zur 37. Ausgabe der französischen Filmetage, ist einiges anders. Wie die Pandemie die Filmtage und deren Organisation beeinflussten und welche neuen Wege sich aus der Krise ergaben sind unter anderem Themen dieses Gesprächs.

Dieses Jahr ist vieles anders. Das trifft auch auf die Umsetzung der französischen Filmtage zu. Zwar ist nach Buchholz die Organisation der Filmtage jedes Jahr aufs Neue sehr viel Arbeit, doch nun kam eine neue Herausforderung hinzu: durch eine Onlineseite und die Live Streaming Option, können bestimmte Filme, sowie Diskussionen zum Film, nun auch online angeschaut werden.

Somit sind die Filmtage überregional in ganz Deutschland verfügbar, ohne dass man vor Ort anwesend sein zu muss. Man melde sich einfach online für einen Filmblock (6 Filme für 22 Euro) oder Einzelfilm, an und nach der Bezahlung bekommt man einen Zugangscode, der das Filmschauen über den Fernseher zuhause ermöglicht. Natürlich hat das Filmerlebnis im Kino immer noch einen hohen, nicht zu übertreffenden, Stellenwert für Buchholz.

Ebenso wichtig ist ihm das Cinéconcert. Hier wird der Stummfilm Nosferatu musikalisch untermalt. Die Musik liefert die Pop-Rockband „Frau Wilhelm“ mit extra komponierten Stücken zum Film. Buchholz ist begeistert: „5 Supermusiker, es rockt!“. Der Film Nosferatu weist seltsamerweise Parallelen zur aktuellen Coronapandemie auf, da dieser auch in Zeiten einer Seuche spielt. Das stellte Buchholz doch erst nach der Auswahl des Filmes fest.

Ebenfalls von großer Wichtigkeit ist der Eröffnungsfilm „Effacer l’historique |Die digitalen Naiven“. Dieser wird am 28.10. um 20:00 Uhr, durch eine Übetragung aus dem Kino Museum Tübingen parallel in Rottenburg und Reutlingen zu sehen sein. Einen Tag später dann auch in Stuttgart. Buchholz beschreibt die Regisseure des Films, Benoît Delépine und Gustave Kerverne, als „zwei wilde Typen“ und lobt den Humor in ihren Werken. Auch dieser Film erzählt mit Spaß und viel Witz, vom heutigen Umgang mit Internet und sozialen Medien, die auch so manchen überfordern können. Der ernste Hintergrund vom Internet als nie vergessendes Gedächtnis wird auf humorvolle Weise aufgearbeitet.

Die Eröffnungsshow der französischen Filmtage hat sich über die Jahre hinweg zu einem nicht mehr wegzudenkenden Klassiker und Highlight entwickelt. Oberbürgermeister Palmer, Carl Bergengruen von der MFG, sowie die Film Jury aus Paris werden zur Eröffnung am 28.10 anwesend sein. „Was aber leider fehlt sind die Gäste“, bedauert Christopher Buchholz. „Das Traurigste“ für Ihn, da sich die „Seele des Festivals“, darunter Team, PraktikantInnen und eben auch das Publikum, dieses Jahr nicht zum Diskutieren nach dem Film zusammenfinden kann und darf.

Dennoch lässt sich Buchholz davon nicht die Laune verderben und schildert voller Enthusiasmus die Themenschwerpunkte der diesjährigen französischen Filmtage: der regionale Fokus mit Filmen aus und über Afrika sowie der Blick auf 75 Jahre Ende des 2. Weltkrieges. Filme wie „Makongo“ und „Contradict“, sieht Buchholz als „schöne Perlen“, die von Bildung, Länderstereotypen und Musik erzählen. Auch die 60-jährige Unabhängigkeit vieler afrikanischer Staaten wird thematisiert. Der Film „Par tous les moyens nécessaires | By All Means Necessary“ zeigt Archivmaterial aus Algerien, zu Zeiten der Kolonialisierung.  Schwere Zeiten werden auch im Film „La derniere d’enre elles | Die letzte von ihnen“, durch Erinnerungen von Zeitzeuginnen aus Ausschwitz, auf die Leinwand gebracht. So bekommen Heldinnen aus der Vergangenheit wie der Gegenwart einen Platz unter den ausgewählten Filmen. Die diesjährigen Französischen Filmtage finden zwar im Ausnahmezustand statt, dies öffnet jedoch neue Wege, die Filmwelt zu entdecken, ob nun zuhause auf dem Sofa oder vor Ort im Kino.


Audio

Das Interview in der Kurzform

Download (20,01 MB)
Franzoesische_Filmtage_kurz.mp3


Das ganze Interview zum Nachhören

Download (61,37 MB)
Franzoesische_Filmtage_lang.mp3



Bilder




Freies Radio Wüste Welle, Hechinger Str. 203, 72072 Tübingen :: +49 7071 760 337 :: buero@wueste-welle.de