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Praktikantin Carla :: Vom Hotzenwald über Tübingen nach Bamberg

Am Freitag, 18.09., kamen wir Praktikantinnen ganz spontan zu Wort, um über unsere Lebenserfahrungen zu sprechen. Carla erzählte von ihrer Jugend in einem Dorf im Hotzenwald, von ihrem FSJ auf einer Nordseeinsel und ihren Zukunftsplänen.

„Tiefer im Süden kann man nicht wohnen“, antwortet Carla immer auf die Frage wosie denn herkomme. Sie kommt aus einem kleinen Dorf in Baden-Württemberg, direkt an der Grenze zur Schweiz. Die Jugend - und insgesamt das Leben in einem Dorf - sind anders als in der Stadt. Es gibt keine größeren Städte in der Nähe, und die Gesprächsthemen beziehen sich oft auf das Dorfleben. Im Hotzenwald wird Alemannisch gesprochen, das fast die ganze Dorfgemeinschaft verbindet. Doch geht der Dialekt langsam ein bisschen verloren. Schon in der Grundschule fängt der Druck bei Jugendlichen an, Hochdeutsch zu sprechen, aber die Umstellung kann anstrengend sein. Mit der Familie spricht Carla aber immer noch Alemannisch, auch in Sprachnachrichten in WhatsApp.

Carla denkt, dass das Dorf ein guter Platz zum Aufwachsen war. Sie kam gut mit den Leuten zurecht und erlebte gegenseitige Hilfe. Carla war aktiv im Fußballverein und Musikverein, die ihre Freizeit immer noch beeinflussen. Doch wollte sie nach dem Abitur wegziehen, andere Orte kennenlernen und Austausch mit neuen Leuten haben. Nach der Schule wollte sie etwas Sinnvolles machen und hat erstmal einen ganzjährigen Freiwilligendienst in einem umweltpädagogischen Programm auf der Insel Föhr gemacht. Nachher musste Carla über ihre Zukunftspläne nachdenken und nach mehreren unerwarteten Neuorientierungen ist sie fürs Praktikum beim Freien Radio Wüste Welle gelandet.

Carla findet das Praktikum einen Glücksgriff. Die Arbeit sei sinnvoll und entspannt, und sie lernt besonders, Menschen mutiger anzusprechen und die Technik zu beherrschen. Die Atmosphäre sei dankbar und offen, man wird nicht wegen kleiner Fehler kritisiert. Auch ist es für sie persönlich besser, eher sehr beschäftigt und aktiv zu sein als nichts zu tun.

Eigentlich wollte Carla ursprünglich gar nicht studieren. Sie hatte schlechte Erfahrungen mit dem Bildungssystem gehabt, da unter anderem die Lehrer*innen ihre Autorität zu leicht auf negative Weise ausüben können und da die Hauptfachwahlmöglichkeiten der Schüler*innen nicht verhandelbar sind. Doch wird es jetzt im Spätherbst in Richtung Bamberg gehen, wo sie mit Studium in Kommunikations- und Politikwissenschaften anfängt. Es könnte damit in der Zukunft in die Richtung Medien und politische Themen gehen. Carla freut sich auf den Studentenstatus und auf die Vernetzung mit neuen Leuten sowie Engagement.


Audio

Interview mit Carla zum Nachhören

Download (28,83 MB)
Interview_mit_Carla_.mp3





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