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Filmrezension :: Sein - gesund, bewusst, lebendig

Der Dokumantarfilm "Sein. Gesund - bewusst - lebendig" ist seit August in den Kinos. Er handelt vom Streben nach Wohlergehen und Gesundheit durch alternative Lebensweisen, indem er ihre Protagonist*innen selber reden lässt und spricht anstatt Hektik für eine ruhigere, gelassene Lebensweise.

Versteckt vielleicht jeder tief drinnen negative Gefühle, die durch Yogapraxis befreit werden könnten? Dieser Gedanke ist mir aufgefallen, als ich den Dokumentarfilm „Sein - gesund, bewusst, lebendig“ (2020) geschaut habe. Obwohl ich mich jetzt eigentlich gesund und wohl fühle, versteckt mein Unterbewusstsein vielleicht doch Stress und Angst, die ich gar nicht wahrnehme?

Der Film von Bernhard Koch zeigt, was für besondere Lebensveränderungen Menschen angenommen haben und wie eine Art Selbstheilung angestrebt werden kann. Dabei geht es aber nicht nur um Alltagsstress, sondern die Interviewten haben etwas Erhebliches erlebt, weswegen sie ihr Leben ganz umdenken mussten. Sie sind erkrankt oder hatten einen Unfall und konnten von der medizinischen Behandlung nicht geheilt werden. Deswegen haben sie eine Therapierichtung, Naturheilpraktik oder eine andere Lebensweise gefunden, die ihnen letztendlich mehr geholfen hat. Einige bekommen ihr inneres Bewusstsein durch Yoga oder durch Klangschalentherapie. Einige fangen zum ersten Mal an, Sport zu machen, zum Beispiel Rudeln.

Keiner erzählt ihre Geschichte für sie, sondern sie werden in ihrer Alltagsumgebung begleitet und dürfen frei über ihre Erfahrungen reden. Viele haben sich selbst zu Naturheilpraktiker*innen oder Yoga-Lehrer*innen weitergebildet, um weiteren Menschen zu helfen. Neben den Protagonist*innen werden auch Ärzt*innen und Expert*innen interviewt, die die Methoden wissenschaftlich erklären. Zum Beispiel nennt Prof. Dr. med Tobias Esch insgesamt drei Definitionen von Gesundheit. Laut einer davon weiß der Mensch letztendlich selber, ob er sich gesund fühlt oder nicht. Gesundheit bedeutet auch nicht nur körperliche Gesundheit, sondern auch inneres, geistiges Wohlsein. Der Film gibt allen eine Möglichkeit, über ihre eigene Lebenart nachzudenken, ohne ihnen irgendeine bestimmte Richtung zuzuweisen.

Einer der Protagonist*innen heißt Stephan. Durch Ernährung hat er eine erhebliche Verbesserung seiner Lebensqualität erlebt. Er sagt, seine Schmerzen seien verschwunden, nachdem er die vegane Ernährung probiert hat. Dazu sammelt Stephan Wildkräuter, die ihm Energie geben. Der Spaziergang im Wald, wenn er die Pflanzen pflückt, bringt ihm auch Freude und Beruhigung. Obwohl er eine Krankheit hatte, macht ihn der neue Lebensstil doch glücklicher: „Und ich bin heute gesund, ich bin heute gesünder als ich jemals davor war, als ich noch dachte, ich bin gesund.“

Der Film könnte als medizinkritisch interpretiert werden, aber er erzählt auch einfach über die alternativen Methoden, als Medizin nicht mehr geholfen hat. Medikamente bringen nicht die innere Ruhe zurück, sondern manchmal brauchen wir einfach eine Lebensveränderung, um uns wohl und beruhigt zu fühlen. Obwohl die Interviewten teilweise schwer erkrankt sind, spricht der Film eigentlich alle an, die unter der Alltagshektik leiden. Es ist leicht zu denken, dass das Leben morgen stattfindet, aber man weiß nie, was passieren wird. Obwohl ich mich von den Lebensarten der Interviewten nicht ganz betroffen fühlte, denke ich, dass fast alle Menschen von dem Film mindestens Inspiration zum ruhigeren, glücklicheren Leben bekommen können.


Audio

Download (12,77 MB)
Filmrezension_Sein_zum_Nachhoeren.mp3



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