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Generationentheater Zeitsprung :: Die Schöne Lau auf Tour

Am Sonntagabend, 13.09. um 19 Uhr, ist es endlich so weit: Das Theaterstück „Die Schöne Lau auf Tour“ wird vom Generationentheater Zeitsprung im Kloster Bebenhausen uraufgeführt. Wegen der Corona-Maßnahmen wurde es vom Juni auf September verschoben. Die Regisseurin Helga Kröplin und die vier Schauspielerinnen Bianka, Brigitte, Miriam und Frederike erzählen im Interview mehr über das Stück und was es für Verknüpfungen mit der Tübinger Umgebung gibt.

 „Die Historie von der Schönen Lau“ ist ein Märchen von Eduard Mörike, das diesmal von Helga Kröplin und Volker Schubert zum Stück „Die Schöne Lau auf Tour“ verarbeitet und modernisiert wurde. Der Aufführungsort, die Handlung und allgemein der Hintergrund des Märchens haben eine spezielle Verbindung mit Tübingen. Mörike sei auch selbst auf Kur in Bebenhausen gewesen und die Geister von Schönbuch spielen auch eine wichtige Rolle in der Geschichte.

Im Stück begegnen sich zwei ganz verschiedene Welten. In der Geisterwelt lebt die Wassernixe Lau, die unter Wasser lebt und ihr Lachen verloren hat. Deswegen verlässt sie ihr altes Leben und kommt zu den Menschen. In der Menschenwelt geht es um ein Nonnenkloster, das unter Geldmangel beschließt, ein Theaterensemble zu gründen und die Geschichte der Schönen Lau aufzuführen. Tiefer geht es in der Geschichte um Emotionalität und Menschlichkeit, wie man mit Gefühlen umgehen und sich öffnen kann.

Besonders in dem Spiel ist auch der Sprechstil. Die alte, poetische Sprache von Mörike wird in der Sprechart der Erzähler*innen und teilweise bei den Figuren gehört, aber sonst wird mit der modernen Alltagssprache geredet. Nach den Schauspielerinnen und der Regisseurin gebe die alte Sprache dem Stück eine besondere, geheimnisvolle Atmosphäre. Dazu gibt es in der Geschichte Figuren mit unterschiedlichen Charaktereigenschaften. Die Rollen wurden danach verteilt, wer zu welcher Figur passen würde; auch eine gewisse Identifizierung mit der Rolle sei dabei wichtig, um sie authentisch spielen zu können.

Die Corona-Pandemie hat der Theaterproduktion mehrere Herausforderungen gestellt. Im Frühling wurde draußen vereinzelt mit Abständen oder über Zoom online geprobt. Die Schauspieler*innen finden jedoch, das Proben in Präsenz sei doch am wichtigsten. Auch die ganze Premiere wurde auf den Herbst verschoben und der Spielort musste wegen Beschränkungen gewechselt werden. Jetzt wird es in zwei Umgebungen aufgeführt: die ersten zwei Szenen werden draußen gespielt und das Weitere drinnen in der Kutscherhalle. Bei der Sitzordnung werden die Abstände eingehalten und die Anzahl der Zuschauer musste von 130 auf 46 reduziert werden. Größere Interaktionen mit dem Publikum mussten aus dem Stück rausgelassen werden und ein paar Szenen werden auch mit Masken gespielt.

Im Generationentheater Zeitsprung treffen sich alle Generationen. Es gibt keine Castings, sondern zum Beispiel Bianka wurde nach zwei Workshops in die Theatergruppe aufgenommen. Dazu haben die Schauspieler*innen auch weitere Aufgaben, zum Beispiel helfen sie mit der Planung der Kostüme. Die Theatergruppe findet, dass die unterschiedlichen Altersgruppen eine Verbindung zwischen den Menschen herstellen und Inspiration sowie neue Ideen geben.

Das Theaterstück „Die Schöne Lau auf Tour“ wird in vier Vorstellungen bis Samstag 19.09 gespielt. Die Tickets für alle Aufführungen sind fast schon ausverkauft, aber im Fall von Absagen kann es noch weitere freie Sitzplätze gegeben. Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite des Landestheaters Tübingen.


Audio

Das Interview in der Kurzfassung

Download (19,55 MB)
Die_schoene_Lau_auf_Tour_kurz.mp3


Das ganze Interview zum Nachhören

Download (63,66 MB)
Die_schoene_Lau_auf_Tour_lang.mp3



Bilder





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