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Global Marijuana March :: Hendrik und Sarah vom Hanfverband Tübingen

Am Samstag, den 12.09.2020, soll in Tübingen wieder der Global Marijuana March nach dem Motto „Gleichbehandlung statt Willkür“ stattfinden. Zum ersten Mal wird er von der neugegründeten Ortsgruppe des Hanfverbands veranstaltet und soll jährlich stattfinden. Hendrik und Saraherzählten uns im Interview über den Status von Cannabis, warum es legalisiert werden sollte und für welche Zwecke der Nutzhanf schon verwendet wird.

Die Legalisierung von Marihuana wird seit Jahren in mehreren Ländern umgesetzt. Dabei haben einige Länder, wie Spanien und die Niederlande, den Konsum oder den Verkauf beschränkt erlaubt, während andere es komplett verbieten. In Deutschland wird die Legalisierung vom Deutschen Hanfverband aktiv befürwortet und auch in Tübingen agiert die neugegründete Ortsgruppe dafür.

Von dem Verband wird als wichtig gesehen, dass Konsumierende von Cannabis nicht verurteilt und bestraft werden. Es wird vernünftige Aufklärungsarbeit über Cannabis gefordert, anstatt alle Konsumierende gleich als Drogenabhängige zu sehen und sie ungleich zu behandeln. Auf dem Schwarzmarkt ist auch Cannabis oft verunreinigt und damit gefährlicher. Wegen des illegalen Status können die Konsumierende auch nicht leicht Hilfe für Suchtprobleme suchen.

Für Sarah und Hendrik ist es ganz willkürlich, welche Droge als illegal bestimmt worden ist. Zum Beispiel habe Alkohol ein ebenso hohes Suchtpotenzial wie Cannabis und es sterben jährlich Tausende an den Folgen. Die Bürger*innen werden vom Gesetz für nicht verantwortlich genug gehalten, um ihr Drogenkonsum selber regulieren zu können. Dagegen wird extremer Alkoholkonsum nicht begrenzt.

Der Hanf ist aber auch nützlich in anderen Bereichen, zum Beispiel im Bauwesen. Es kann als Stroh mit Kalk und Wasser zu einer Art Beton angemischt werden, und diese Masse beim Häuserbau verwendet werden. Dabei hat es eine positive ökologische Wirkung, da es Schadstoffe aus der Luft bindet und ist zudem als Material sehr stabil. Hendrik hat ein eigenes Unternehmen gegründet, um Hanfgebäude zu planen und zu realisieren. Der Tetrahydrocanabinol-Grenzwert von Nutzhanf, der angebaut werden darf, liegt bei 0,2%, was von Hendrik und Sarah als zu niedrig gehalten wird.

Um für ihre Forderungen zu demonstrieren, organisiert der Hanfverband am Samstag, den 12. September, den Global Marijuana March in Tübingen. Die Demonstration fängt um 14 Uhr auf dem Marktpatz an und endet in der Platanenallee, wo es eine Abschlusskundgebung mit verschiedenen Redebeiträgen und Aufklärung zum verantwortlichen Cannabis-Konsum geben wird. Mehr zum Thema gibt es auf der Facebook-Seite des Hanfverbands.


Audio

Das Interview in der Kurzversion

Download (19,4 MB)
Hanfverband_kurz.mp3


Das ganze Interview zum Nachhören

Download (62,95 MB)
Hanfverband_lang.mp3



Bilder




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