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Tunnelplan statt Asphaltwahn :: Bündnis nachhaltige Mobilität Steinlachtal

Das Bündnis nachhaltige Mobilität Steinlachtal ist seit einigen Monaten aktiv und setzt sich mit verschiedenen Veranstaltungen gegen den Bau der Endelbergtrasse zwischen Bodelshausen und Nehren ein. Elisabeth Jung, Claudia Rüll und Friedhelm Göltenboth sind Teil dieses Bündnisses und erzählten uns im Interview wo genau die geplante Straße verlaufen soll, welche ökologischen Auswirkungen der Bau mit sich bringt und wie sie als Bündnis aktiv wurden und dazu aufrufen, Einspruch gegen den geplanten Ausbau der B27 zu erheben.

Seit 46 Jahren wird der Bau der Endelbergtrasse zwischen Bodelshausen und Nehren nun schon geplant, jetzt gehen die Planungen in die finale Endphase und sollen auch umgesetzt werden. Das Bündnis nachhaltige Mobilität Steinlachtal ist gegen diesen Bau. Ebenso lang wie die Planungen für die neue Straße laufen, gibt es auch immer wieder kleinere Bewegungen, die sich dagegen aussprechen. Das Bündnis nachhaltige Mobilität Steinlachtal bündelt diese kleineren Bewegungen, um als große Bewegung das gemeinsame Ziel, nämlich den Bau der Endelbergtrasse zu verhindern, zu erreichen.

Aktuell sehen die Planungen des Regierungspräsidium so aus, dass die bisherige Trasse beim Endelberg über Landwirtschaftliche Flächen, Streuobstwiesen und Wiesenflächen abschwenkt um dann wieder auf die bestehende B27 führt, um so Ofterdingen zu umfahren. Diese Strecke soll 6,9 Kilometer lang werden. Das geplante Ziel ist es, Stau zu vermeiden und den Lärm für die Ofterdinger*innen zu reduzieren.

Das Bündnis sieht die Lösung aber nicht in dem Bau der Endelbergtrasse, sondern sie befürworten die Tunnellösung. Durch einen Tunnel sollen die bestehenden Naturflächen erhalten bleiben und gleichzeitig der Lärm unter der Erde verschwinden. Zu dem bisherigen Plan gehört auch ein Parkplatz. Dieser Parkplatz ist aus der Sicht von Biologe Friedhelm Göltenboth ein großes Vergehen, denn er ist viel zu nah an einem Wildtierkorridor geplant. Außerdem würde man im Tannbachtal bedrohten Tierarten wie Nachtkerzenschwärmern und Fledermäusen wichtigen Lebensraum entziehen. Damit man weiß, welche Arten bedroht sind und welche nicht, gibt es eine Liste und bei großen Bauvorhaben muss ein Gutachten von Experten erstellt werden. Auch für diesen geplanten Bau wurde ein Gutachten erstellt, das vom Regierungspräsidium Tübingen aber offenbar nicht beachtet wird. Außerdem werden große Flächen von bestehenden Streuobstwiesen zerstört und somit auch Lebensraum vieler Insekten und auch eine Nahrungsquelle für uns Menschen, indem den Bauern einige landwirtschaftliche Flächen wegfallen. Ihre noch übergebliebenen Felder werden dann oft als Ausgleichsflächen ausgewiesen, mit vorgeschriebener Bepflanzung.

All das Wissen und die Fakten rund um den Bau und die ökologischen Auswirkungen und auch den finanziellen Bereich haben sich die Mitglieder des Bündnisses selbst angeeignet und sind mit Experten in den Austausch gegangen. Dieses Wissen geben sie nun schon seit einigen Wochen an Bürger*innen weiter. Das Bündnis lädt zu Kulturspaziergängen oder Trassenspaziergängen auf denen die Teilnehmenden an der geplanten Trasse entlang geführt werden und gezeigt bekommen, wo genau gebaut werden soll und was verloren geht.

Mit den Spaziergängen ruft das Bündnis die Bürger*innen auch dazu auf, Einspruch gegen den Bau der Endelbergtrasse zu erheben. Einspruch kann jede*r erheben, der* sich vom geplanten Bau betroffen fühlt und 7 Jahre oder älter ist. Eltern können auch für ihre Kinder, die jünger als 7 Jahre alt sind, Einspruch erheben. Noch bis zum 2. Oktober 2020 ist es möglich den Einspruch beim Regierungspräsidium Tübingen einzuwerfen. Die Spaziergänge sind immer Sonntags und finden noch bis zum 27.09.20 statt. Mehr über das Bündnis nachhaltige Mobilität Steinlachtal und den geplanten Trassenbau findet man auch der Homepage des Bündnisses.


Audio

Das ganze Interview zum Nachhören

Download (62,45 MB)
BuendnisB27_lang.mp3


Das Interview in der Kurzversion

Download (16,79 MB)
BuendnisB27_kurz.mp3



Bilder





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