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Sybille Hartmann und Manuel Haus :: Netzwerk Blühende Landschaft

Sybille Hartmann und Manuel Haus sind Mitglieder und Gründer der Regionalgruppe „Netzwerk Blühende Landschaft“ Tübingen. Gemeinsam bieten sie Kurse rund um die Pflege einer Streuobstwiese an. Dabei legen sie den Fokus ganz bewusst auf die Wiese um die Bäume herum. Dafür erhielten sie den Baden-Württembergischen Streuobstpreis 2019, den sie im Juli diesen Jahres von Landschaftsminister Peter Hauk überreicht bekamen. Was man in den Kursen genau lernen kann und wie es zum „Netzwerk Blühende Landschaften“ kam, erzählten sie uns Interview.

Dengeln, Wetzen, Worb. Wer mit diesen Begriffen nichts anfangen kann, aber ein „Stückle“ mit einer Wiese besitzt, der ist in Sybilles und Manuels Kurs genau richtig. Die beiden haben selbst vor vielen Jahren im Rahmen von „Mein Stück Tübingen“ eine Patenschaft für eine Wiese übernommen. Über die Jahre experimentierten sie auf ihrer Wiese so lange herum, bis sie den perfekten Weg für sich gefunden hatten das Stück zu pflegen. Dabei beachteten sie den Mähzeitpunkt, den Umgang mit dem abgemähten Langgras und die Art und Weise zu mähen. Auf der Suche nach dem perfekten Weg ihre Wiese zu pflegen erlangten sie einiges an Wissen, teils durch eigene Erfahrung, aber auch durch das Lesen von Fachliteratur. Dieses Wissen wollten sie weitergeben und so entstanden die Kurse.

Die Zielgruppe, die mit den Kursen angesprochen werden soll, sind nicht die Landwirte, sondern Laien, die ein eigenes kleines „Stückle“ zu bewirtschaften haben. In den Kursen lernen die Teilnehmenden alles rund um die Sense, wie man sie richtig benutzt und warum die Sense sich als Mähwerkzeug besonders gut eignet. Dabei kommt es auf die richtige Technik die richtige Einstellung und das richtige Material an. Außerdem lernt man als Teilnehmer*in wann man die Sense dengelt und wann man sie wetzt. „Natur ist nicht ordentlich“, sagt Sybille, als sie erklärt, warum man das Gras hoch wachsen lassen soll und was man anschließend mit dem abgemähten Langgras anstellt. Sybille und Manuel nutzen die Kurse aber auch um den Menschen die Wiesenökologie nahezubringen.

Mit den Kursen verweisen die beiden nämlich auch auf die Wichtigkeit der Wiese für Streuobstwiesen. „Es heißt ja auch StreuobstWIESE“ betont Manuel Haus im Interview. Der Fokus liegt ihm häufig zu sehr auf den Bäumen einer Streuobstwiese, die Wiese gerät oft in den Hintergrund. Dabei ist sie ein wichtiger Bestandteil der Streuobstkultur. Viele wissen gar nicht, dass die Wiese Lebensraum für eine riesige Artenvielfalt ist, und man diesen mit der falschen Pflege zerstört. Wildbienen, Schmetterlinge, Hummeln und Co finden in ihr ein zu Hause. Beim Mähen mit dem Rasenmäher zum Beispiel, tötet man unter anderem die kleinen Kokons von Schmetterlingen, die ihre Kokons an Grashalmen festmachen. Mit der richtigen Pflege, schützt man also auch den Lebensraum für viele Insekten, die wiederum lebensnotwendig für Singvögel sind.

Auf ihrer Homepage kann man die genauen Daten für die Kurse nochmal genauer nachlesen, sicher ist aber: Egal an welchem Datum der Kurs stattfindet, die Teilnehmenden müssen früh aufstehen, denn morgens ist das Gras stabiler als mittags oder abends und lässt sich deshalb besser mähen.


Audio

Das Interview in der Kurzfassung

Download (16,61 MB)
BluehendeLandschaft_kurz.mp3


Das Interview in voller Länge

Download (69,67 MB)
BluehendeLandschaft_lang.mp3



Bilder




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