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Theater Lindenhof :: Hölderlins "Hyperion" im Sommertheater 2020

Das Theater Lindenhof spielt in diesem Sommer "Wir sind nichts - was wir suchen ist alles!", eine Annäherung an Hölderlins "Hyperion".

Gespielt wird im Freien in einer unvergleichlichen Atmosphäre. Das Seufzerwäldchen auf der Neckarinsel wird für die Spielzeit zur Bühne des Briefromanes. Die Weichen für eine einzigartige Theatererfahrungen sind also gestellt.

Durch die beeindruckende Umgebung begibt man sich über einen Waldweg zur Lichtung, die für das Stück zu einer beachtlichen Theaterbühne umfunktioniert wurde. Auf dem Boden waren Baumstämmen angeordnet, auf denen das Puplikum platz nehmen durfte und über den Köpfen der Besucherinnen und Besucher spielte sich das Theater ab. Das Ensemble besteht aus zwei Darstellern und einer Darstellerin die mit einem Stuhl an den Baum geschnallt in luftiger Höhe agierten. Inspiriert wurde diese Inszenierung offenbar von dem Namen des Stückes selbst, denn Hyprion bedeut „Der oben Gehende“. Musikalisch begleitet wurde das Stück von zwei Musikern am Klavier und einer Harmonika.

Aber nicht nur die beiden Musiker trugen zur akustischen Untermalung bei, sondern auch die Geräuschkulisse rund um die Neckarinsel. Mit dem Stück begann auch der Regen, der aber durch das Blätterdach nur bedingt zu uns durchdringen konnte. Der Regen, der auf die Blätter prasselte rundete für mich die Situation in diesem Moment ab.
Über den Köpfen des Puplikums wechselten sich die Darsteller und Darstellerin mit den szenischen Lesungen der Briefe ab. Einige Passagen wurden aber auch gemeinsam gelesen. Das gibt dem Stück etwas mehr Abwechslung, leider icht genug wie ich fande.

Durch die spektakuläre Aufmachung der Bühne, waren die Schauspieler in ihrer Bewegungsfreiheit sehr eingeschränkt und so hing die szenische Lesung in einer Szene fest. Ich hätte mir gewünscht, dass das Bühnenbild im Laufe des Stückes aufgebrochen wird und so ein bisschen mehr Bewegung und Variation in die Veranstaltung gekommen wäre. Der Regen und die abendliche Stimmung gepaart mit der eher monotonen Lesung ließen das Stück eher zu einem beruhigenden Hörspiel werden. Unglücklicherweise fiel es mir so eher schwer inhaltlich zu folgen. Dementsprechend war für mich das aprupte Ende des Stücks sehr überraschend.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Atmosphäre und der eher ungewöhnliche Ort für ein Theaterstück besser genutzt worden wäre um dem Stück mehr Leben und Variation zu verleihen. Trotzdem zolle ich den Schauspielern und der Schauspielerin, sowie den Musikern meinen ganzen Respekt, denn der Regen und die eher weniger alltägliche Situation an einen Baum geschnallt ein Theaterstück aufzuführen hielten sie nicht davon ab, das Stück souverän zu Ende zu spielen.

Das Sommertheater 2020 ist noch bis zum 9. August auf der Neckarinsel zu sehen, alle weiteren Infos kann man auf der Homepage des Theater Lindenhof nachlesen.

 


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Rezension als Radiobeitrag

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