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Jakob Nacken: Der Improvisationskünstler

Der stetige Wandel ist seine oder keine Marke

Er möchte anspruchsvoll unterhalten. Mit der Sprache spielen. Sei es als Musiker, Poetry-Slammer oder im Theater. Außerdem möchte er sich wandeln, bzw. entwickeln. Stetig. Nacken rutschte vom Kinderstuhl direkt in sein Künstlerdasein.

Als kleiner Junge verfasste er Gedichte und experimentierte mit der Kamera. Sein Pädagogik-Studium führte ihn zunächst an die Tübinger Universität, danach in Kunstszene Tübingens. Anfangs finanzierte er sich durch seine Tätigkeit als Theaterpädagoge, dann nahm die Kunst nach und nach soviel Raum ein, dass Nacken sich entscheiden musste. Für die Bühne. Er mag den familiären Umgang der Tübinger Artisten.

Neid, Missgunst sind für Nacken geschlossene Türen, die die eigene Authentizität daran hindern, ihren Weg nach draußen zu finden. Wahrhaftigkeit ist für Nacken der Schlüssel zum Erfolg. Deswegen heißt er Erfolg stets willkommen, egal wer ihn hat. Der Künstler bescheinigt sich selbst einen hohen Bekanntheitsgrad, was er u. a. darauf zurückführt, dass er keine festgelegte Rolle einnimmt. Das ist ein Baustein für Erfolg. Der zweite ist für Jakob Nacken die Fähigkeit zuzuhören. Er analysierte sein Verhalten diesbezüglich und stellte fest, dass er meistens bei sich blieb, wenn er einem Gegenüber lauschte. Assoziationen und deren Möglichkeiten des künstlerischen Ausdrucks, lenkten ihn ab. Erwartete Langeweile, ließ seinen Geist auf Durchzugmodus schalten. Nacken beschloss entgegengesetzt zu handeln: Er hörte bei ermüdenden Geschichten weiter zu, und stellte fest, dass dann oft doch etwas Interessantes, oder Unerwartetes kam. Ein Umstand, der seine künstlerische Arbeit bereicherte.

Ein weitere Erfolgsgarant ist genrespezifisches Wissen: Wie benehmen sich Figuren z. B. in Heimatfilmen, in Sci-fi-Filmen, und was sind die stilistischen Unterschiede zwischen Brecht und Schiller. Und sollte die absolute Unwissenheit von ihm Besitz ergreifen, gibt es die Möglichkeit der Behauptung. Nacken erzählt, dass er auf der Bühne, im Brustton der Überzeugung, Dinge wahrgemacht hat, über die er nichts wusste. Interessanterweise schlossen die Zuschauer häufig seiner Meinung an. Was für Nacken den Grundsatz bestätigt: Qualität ist gut, Performing ist besser.

Seine Art zu performen änderte sich durch Corona. Online-Shows fehlt das sofortige Feedback, d. h. die Lacher (Kommentare) erfolgen zeitversetzt. Das hielt Nacken jedoch nicht vom Netz fern. Spätes Feedback fördert die Authentizität, so Nacken. So entstanden verschidene Online Auftritte. Auch im LTT ist der Künstler zu sehen. Der musikalische, teilweise autobiografische Streifzug durch die Kindheit mit dem Namen „Raus bist du noch lange nicht“ ist allerdings für Erwachsene gedacht.

Das 25jährige Jubiläum der Wüsten Welle steht ganz im Zeichen der Improvisation. Jakob Nacken und Harry Kienzler liefern sich verbale Schlachten und improvisieren einen ganzen Poetry-Slam. Alles mit viel Humor und voller Überraschungen


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