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Zwischentöne der Kulturwerkstatt

Die Kulturwerkstadt schafft mit dem Projekt Zwischentöne Raum für besondere Begegnungen. Hier kommen Menschen aller Art musikalisch zusammen.

 Das Projekt "Zwichentöne" bietet außergewöhnliche Begegnungsräume. Menschen aller Hautfarben, psychischen und physischen Besonderheiten und Alters musizieren gemeinsam. Die Kulturwerkstatt e.V. Reutlingen rief dieses Projekt ins Leben. Unterstützt von der "Aktion Mensch". Das Projekt endet dieses Jahr.
Für die Teilnehmer geht um Spaß, Gemeinschaftserleben, Überwindung eigener Ängste und um das Entdecken neuer Fähigkeiten. U.a. mit Hilfe von Musik.

Fünf Bands sind Teil des Projekts: Die Gruppe Brennwert zum Beispiel. Ihr Name ist ihr Motto: Sie brennen für Musik. Benni Strohmaier leitet das Projekt und die Band an. Zudem ist hauptamtlich in der Kulturwerkstatt angestellt.

Freddy ist eines der Mitglieder von Brennwert. Er spielt Gitarre, schreibt Songs und überwindet täglich neue Hürden, die durch seine psychische Beeinträchtigung entstehen. Er sieht seine Einschränkung nicht als Behinderung oder gar als Krankheit, sondern als Teil von sich selbst. Rollstuhlfahrer sind seiner Meinung nicht behindert, sondern werden behindert. Zum Beispiel durch das Fehlen von Aufzügen oder Rampen. Den Begriff "Behindert" hält für abwertend. Ganz besonders stoßen ihm Sätze wie " Der ist ja voll behindert" auf. Freddy fühlt sich wohl bei der seit zehn Jahren bestehenden Band. Er vertraut dem Leitsatz: Weniger ist mehr. Das gilt besonders für Akkorde. Wenige davon reichen für einen guten Song. Wie den "Corona-Song", den Brennwert komponierte.

Serdar ist angehender Jugend- und Heimerzieher. Nach Beendung seiner Ausbildung wird er in der Kulturwerkstatt bleiben. Er leitet die Band "Paper-Birds" an, die im März 2014 unter dem Namen "Right Way "gegründet wurde. 2018 änderte die Band ihren Namen und wurde zu den "Paper Birds". Grund für die Namensänderung war die Anpassung des Bandnamens an die Leichtigkeit der Musik. Die Gruppe besteht aus Teenagern. Kevin, der Basist der Band kam auf Empfehlung in die Kulturwerkstatt und blieb. Für ihn ist Musik eine Fluchtmöglichkeit aus dem Alltag. Ein Song der Band ist "Lost in the Woods".

Der Keyboarder der Rocksocks Michael Jurkowski hält Zuverlässigkeit für eine der wichtigsten Eigenschaften eines Bandmitglieds. Auch die Umgangsformen sind ihm wichtig."Sprache schafft Realität", betont Benny, Angestellter der Kulturwerkstatt und Projektleiter der Zwischentöne. Damit meint er diskriminierende Äußerungen wie "Vollspast" oder "Voll schwul".

Durch die Corona Pandemie veränderte sich viel innerhalb der Bands. Die Proben fanden Online statt. Die neue Situation führte teilweise zu Demotivation. Aber es kamen auch neue Songs zustande, wie der Corona -Song. Er wurde online produziert, indem jedes Instrument und jede Singstimme einzeln aufgezeichnet und dann abgemischt wurden. "Das ist anders als jede Probe", betont Sarah, die trotz sprachlicher Schwierigkeiten als Sängerin tätig ist. "Am Anfang war es schwer, aber jetzt geht´s". Sie ist ein Beispiel für das Meistern von Herrausforderungen.

Jetzt sind eingeschränkte Proben möglich. 4-6 Leute dürfen sich in einem Raum aufhalten. Deswegen probt bei größeren Bands mal der eine Teil, dann der andere.


Audio

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