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Black Lives Matter :: Anti-Rassismus-Kundgebung

Die Gruppe „Black Vision and Voices“ hatte am 6. Juni eine Demonstration zur aktuell wieder hitzig diskutierten Black Lives Matter-Debatte, anlässlich des Todes von George Floyd in den USA.

Acht Minuten und Sechsundvierzig Sekunden. So lange hatte der Polizist Derek Chauvin auf den Hals von George Floyd gekniet. Wegen Falschgeldanschuldigungen hatte ein Ladenbesitzer die Polizei gerufen, nachdem Floyd bei diesem Zigaretten kaufen wollte. Floyd wurde im Polizeitelefonat als aufgebracht und gefährlich beschrieben, laut Passanten sei er aber ruhig, gelassen und vor allem unbewaffnet gewesen, als er auf den Streifenwagen wartete. Er wurde festgenommen, erlebte Angstzustände und Klaustrophobie und als er aus dem Wagen gezerrt und auf den Asphalt gepresst wurde, weil die Polizei sich von einem unbewaffneten, kooperierenden Mann bedroht gefühlt hatte, drückte Chauvin ihm mit dem Knie die Luftröhre ab und tötete ihn damit. Mehrfach sagte Floyd die Worte „Mama, I can‘t breathe“.

Dieser Fall sorgte auf der ganzen Welt für Furore. Die Debatte um Rassengewalt und Polizeibrutalität ist so laut wie seit den neunziger Jahren nicht mehr. In den USA protestieren die Leute auf den Straßen in Aufständen, „riots“, wie sie genannt werden, und im Rest der Welt versuchen große Teile der Gesellschaft, Solidarität zu zeigen und auf die Probleme im eigenen Land hinzuweisen.

Am 6. Juni waren viele Demonstrationen, über ganz Deutschland verteilt, und eine davon in Tübingen vor der Stiftskirche. Die Gruppierung „Black Vision and Voices“ hatte die Kundgebung organisiert und hielt einige Reden, in welchen Fälle wie unter anderem der aktuelle um George Floyd erzählt wurden, genauso wie Beispiele hier aus Deutschland und allgemeine Statements, was unsere Verantwortung als Gesellschaft sei, um solche Probleme zu lösen.

Der Holzmarkt war Schätzungen zufolge mit ein bis zweitausend Menschen gefüllt. Die Abstandsregeln konnten dabei kaum eingehalten werden. Die Menschen hielten Schilder hoch und riefen Sprüche wie „no Justice, no Peace“ oder „I can‘t breathe, stop the police“.

Das Problem an Fällen wie George Floyd ist nicht nur ein tiefliegender Rassismus in manchen Menschen, sondern eben auch ein grundlegend fehlerhaftes System, welches zu einfach von Gewalten wie der Polizei ausgenutzt werden kann. Es müssen Veränderungen im Regelwerk vorgenommen werden, damit die wenigen Tragödien, welche man leider nicht verhindern kann, korrekt verfolgt und zur Rechenschaft gezogen werden können. Menschen müssen für Fehlentscheidungen verantwortlich gemacht werden. Fälle wie George Floyd darf es nie wieder geben.


Audio

Radiobeitrag zur Demonstration

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Demo_Rassismus_Beitrag_Fertig.mp3


1. Rede

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1-_Rede.mp3


2. Rede

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2-_Rede.mp3


3. Rede

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4. Rede

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4-_Rede.mp3


5. Rede

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6. Rede

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7. Rede

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8. Rede

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8-_Rede.mp3



Bilder





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