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Heiner Kondschak :: Musik, Kultur und Entschleunigung

Ein Künstler zu Zeiten von Corona: Heiner Kondschak erzählt im Interview mit der Wüste Welle von seinem aktuellen Alltag in der Isolation und von eigentlich anstehenden Projekten.

Heiner Kondschak vereint Musiker, Schauspieler, Regisseur und Autor in einer Person. Aktuell ist aufgrund der Corona-Pandemie jedoch auch um ihn ruhiger geworden. Konzerte und Auftritte können nicht stattfinden, Proben werden abgesagt und auch seine zukünftigen Projekte haben mittlerweile kein Startdatum mehr.

Kondschak ist seit 45 Jahren im Geschäft und kann davon gut leben. Da nun jedoch keine Auftritte vor Publikum mehr stattfinden dürfen, fallen auch alle Einnahmen für ihn weg. Zum Glück konnte er Corona-Soforthilfe beantragen und bekam diese auch schnell und unkompliziert genehmigt. Nun kann er seinen – zwangsweise – freien Alltag genießen und sich ganz der Musik und dem Schmusen mit seinem Kater widmen.

Dabei entsteht sogar schon ein Song zum Thema Corona über Kondschaks Beobachtungen vom Ortsrand in Oferdingen aus. Ganz anders als sonst ist der nämlich plötzlich sehr belebt. Spaziergänger zeigen sich viel häufiger als üblich am Waldrand und jetzt da viele Autos nicht mehr lärmen, trauen sich sogar einige Waldtiere hervor. Ein perfektes Bild um es kreativ und vorallem musikalisch festzuhalten.

Generell erzählt Kondschak im Interview, dass er mit der Isolation ganz gut umgehen kann und die sogar teilweise genießt. Morgens Kaffee, dann musizieren, einkaufen und kochen mit der Frau. Für Kondschak fast ein wenig wie Urlaub. Entschleunigung nennt er das Ganze und wünscht sich, dass es die Menschen auch öfter schaffen würden, sich auf die wesentlichen Dinge zu besinnen.

Eine dieser wesentlichen Dinge ist für Kondschak ganz klar die Kultur. So bekommt er viele Mails von Menschen, die ihm sagen, wie sehr ihnen Musik und Theater in der Öffentlichkeit fehlt. Kondschak will, dass den Menschen bewusst wird, wie gut Kultur tut und wie viel sie aus den Menschen gemacht hat. Die Kunst ist also für Kondschak auch in einer Krise unabdingbar.

Kreativität wird in Kondschaks Leben großgeschrieben. Obwohl er auch häufig ganze Coveralben produziert (wie jüngst ein Tribute für Gerhard Gundermann), bringt er in jedes Lied seinen ganz eigenen Stil ein. Dafür musiziert er gern in anderen Tonarten oder spielt eigene Instrumentalisierungen ein. Kondschak interpretiert also altbekannte Lieder ganz neu.

Das spiegelt sich auch in seinen kommenden Projekten wider. Wäre die Corona-Krise nicht aktuell präsent, hätte er Ende März schon die Premiere seines neuesten Liederprogramms gefeiert. Dafür hat er sich politisch bewegte Songs zusammengesucht und präsentiert diese mit szenischen Darstellungen. Im Oktober würde er eigentlich ein Theaterstück über das Leben Mahatma Gandhis inszenieren und für 2021 wollte er eine Adaption des französischen Films „Verstehen Sie die Béliers?“ auf die Bühne bringen. All das befindet sich momentan noch vollkommen in der Schwebe.

Solange wir Heiner Kondschak jedoch noch nicht wieder live auf der Bühne sehen können, gibt es hier jedoch ein Interview mit ihm darüber, wie er versucht, das Beste aus der Corona-Pandemie zu machen und welche Rolle für ihn die Kunst und Kulturszene auch in dieser etwas düsteren Zeit spielt.


Audio

Veronica der Lenz ist da by Heiner Kondschak

Download (801,45 KB)
Heiner_Kondschak_Gespraech_Veronika_der_Lenz_ist_da.mp3


Langversion des Interviews mit Heiner Kondschak

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Heiner_Kondschak_Gespraech_lang.mp3


Kurzversion des Interviews mit Heiner Kondschak

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Heiner_Kondschak_Gespraech_kurz.mp3





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