Login

 Infos und Regionales


LOKALMAGAZIN


Beiträge & Artikel

Nicole de Vert :: Provenzalisches Blut

">
Die Mössinger Autorin Nicole de Vert im Interview mit der Wüste Welle über ihre Frankreich-Krimi–Serie, das Gedankenlesen über Mimikentschlüsselung und ihren Prozess als Autorin.

Nicole Grün, jetzt unter ihrem Künstlernamen Nicole de Vert als Krimi-Autorin tätig, lebt in Mössingen und ist eine Mimikexpertin. Das heißt, sie beschäftigt sich mit der Wissenschaft, die Mikromimik anderer Menschen innerhalb von Sekunden zu deuten. Dieses Wissen ließ sie auch in ihren ersten Krimi „Provenzalisches Blut“ einfließen. Im Interview berichtet sie uns von ihrem Werdegang als Autorin, ihrer Hauptfigur Margeaux Surfin und ihrer Fähigkeit des Mimiklesens.

Nicole de Vert hat sich einen langjährigen Traum erfüllt. Frei nach dem Motto „wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ hat sie sich getraut, ihren Krimi-Entwurf „Provenzalisches Blut“ an zwölf deutsche Verlage zu schicken. Zuvor belegte sie einen Krimi-Kurs und zahlte aus eigener Tasche ein Lektorat. Zum Schreiben zog sie sich ganz allein vier Wochen lang auf die griechische Insel Kreta zurück und ließ sich vom Schwimmen im Meer die nötige Energie geben.

Die Verlage versuchte sie – ganz unüblich – mit einem selbst zusammengestellten Paket zu überzeugen. Dafür hatte sich de Vert etwas ganz besonderes überlegt. In ihrem Krimi erhält ihre Hauptfigur ein mysteriöses Paket mit 4 kleinen Fläschchen – 3 davon mit einer durchsichtigen Flüssigkeit und 1 davon (noch) leer. Grausame Erkenntnis: in den Fläschchen befinden sich die Seelen der Opfer (in Form von Blutplasma) eines Mörders, welchem Margeaux in der Provence auf den Fersen ist. Genau dieses Paket – natürlich mit Zuckerflüssigkeit anstatt echtem Blutplasma – schickte de Vert in zwölffacher Ausführung an verschiedene deutsche Verlage. Obenauf lagen in einem Umschlag die entsprechende Szene aus dem Buch sowie ein Exposé des Plots.

Und diese Mühen brachten den Erfolg – von den kontaktierten zwölf Verlagen erhielt de Vert von zweien eine positive Rückmeldung. Seither veröffentlicht sie beim Piperverlag ihre Frankreich-Krimi-Serie rund um die Ex-Polizistin Margeaux Surfin.

Diese ist laut de Vert auch gleichzeitig der Grund für den Erfolg ihres Krimis. Während das Krimi-Genre meist von männlichen Ermittlern dominiert wird, ist Margeaux eine selbstbewusste Frau, welche durch ihre spezielle Fähigkeit des Mimikentschlüsselns in der Branche erfolgreich ist. Gemeinsam mit ihrem Vater, welcher ein Restaurant in der Provence besitzt, kocht sie außerdem liebend gern. Und hier gibt es gleich noch eine Besonderheit der Krimi-Reihe: die Gerichte, welche Margeaux, ihr Vater Julien oder ihre Haushälterin Hilde kochen, lassen sich als Rezepte der Autorin am Ende jeden Buches zum selbst nachkochen finden. Besonders herausstechend sind dabei die jeweiligen „Signature Gerichte“ eines jeden Buches. Einen Leseausschnitt zu Margeaux' Karamellhühnchen hat uns de Vert im Interview vorgestellt.

Der Ursprung des Namens der Hauptfigur findet seine Wurzeln in einem ersten Krimiversuch der Autorin mit zwölf Jahren. Damals wurde die von dem zu der Zeit populären Film „Drei Engel für Charlie“ inspirierte Geschichte noch in ein Schulheft geschrieben und der Hauptcharakter hieß Margot. Jetzt, Jahrzehnte später, ist von der damaligen Geschichte zwar nicht viel in die aktuellen Werke de Verts mit eingeflossen, Margot hat den Sprung jedoch geschafft – jetzt als die Deutsch-Französin Margeaux Surfin.

Jetzt hat es diese in „Provenzalisches Blut“ mit einem Nachahmer des vor Jahren gefassten Mörders Martin Angerer, dem Schächter, zu tun. Diesen stellte sie in ihrer früheren Zeit als Polizistin in Stuttgart. Seitdem, auch durch den Tod ihrer Mutter, hat Margeaux jedoch mit Vielem zu kämpfen. Als Privatermittlerin zog sie sich deshalb zu ihrem Vater in die französische Provence zurück und unterstützt nun die dort ansässige Polizei.

De Vert hat eine enge Bindung zu ihren Hauptfiguren und versucht diese so lebendig wie möglich in ihren Krimis darzustellen. Für sie gibt es keinen Zweifel, dass die Figuren auch wirklich existieren könnte. Manchmal will sie sogar fast Reisenden das provenzalische Restaurant von Margeaux' Vater Julien empfehlen.

Im Juli diesen Jahres erscheint nun der dritte Band der Reihe „Provenzalische Sünden“. Auch der vierte Band ist bereits unter Vertrag und de Vert hat ihren nächsten vierwöchigen Kreta-Aufenthalt zum Schreiben für Juli schon geplant. Zu hoffen ist, dass dieser trotz Corona auch tatsächlich stattfinden kann. Bis zur Veröffentlichung des dritten Bandes gibt es hier das volle Interview, eine Kurzversion und zwei Leseausschnitte von und mit Nicole de Vert.


Audio

Leseausschnitt 2

Download (10,22 MB)
Nicole_de_Vert_Leseausschnitt_2.mp3


Leseausschnitt 1

Download (5,28 MB)
Nicole_de_Vert_Leseausschnitt_1.mp3


Kurzversion

Download (14,62 MB)
Nicole_de_Vert_Kurzversion.mp3


Langversion

Download (75,25 MB)
Nicole_de_Vert_Langversion.mp3



Bilder





Freies Radio Wüste Welle, Hechinger Str. 203, 72072 Tübingen :: +49 7071 760 337 :: buero@wueste-welle.de