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Damien Deroubaix :: Headbangers Ball

Die Ausstellung "Headbangers Ball Part 3: Alte Meister(Komödie)" von Damien Deroubaix im Spendhaus Reutlingen ist bis zum 1. März 2020 zu sehen. Damien Deroubaix beschäftigt sich in der Ausstellung mit dem Abstrakten und Absurden, er ist ein Fan der Metalszene und bringt diese Leidenschaft mit in seine Kunst ein. Durch die Ausstellung führte die Kuratorin Martina Köser-Rudolph. Der Titel der Ausstellung ist ebenfalls der Titel eines Werkes. In diesem Teil erfährt man viele Details und Gedanken hinter dem größte Werk der Ausstellung.

Alleine der Titel der Ausstellung und des Werkes "Headbangers Ball" im Spendhaus Reutlingen von Damien Deroubaix ist ein großes Zeichen für seine Liebe zu Metal. In der Mitte des wandfüllenden Gemäldes steht im Metal-typischen Stil gehalten "Headbangers Ball". Darum herum findet sich immer wieder das Wort Mosh, welches ebenfalls typisch für die Metalszene ist. Im gesamten Bild sind für Deroubaix' typische Bildvokabeln abgebildet. 

Dieses Bild schuf er, um seinen Hintergrund, seine Geschichte, Entwicklung und Inspirationen einzufangen und was ihn und seine Kunst ausmacht. 

So findet man eine Holzschnitt-Fledermaus, die durch Tropfen und Strähnen mit dem Schriftzug verbunden ist und über allem schwebt oder einen Nagelfetisch Nkisi aus dem Kongo.

Er bezieht sich auch auf Zitate und Gemälde alter Künstler, so ist dort ein Pferdekopf zu finden, der auf Delacroix zurückgeht.  

In den unteren Ecken des Bildes ist jeweils ein Tropf mit Feuer abgebildet, was das Logo einer Metalband ist.  

Die Frau, die rechts unten abgebildet ist, hockt, ist nur ab dem Unterleib abgebildet und pinkelt - was sich auf Rembrandts pissende Frau bezieht. Statt ihres Oberkörpers sieht man eine phallische Form, was für Deroubaix ein Symbol des Wachsen und der Fruchtbarkeit ist.

Daneben sieht man einen mesopotamischen Pazuzu. Darauf folgt das Skelett eines siamesischen Zwillingspaars.

Im linken oberen Teil ist der Torso einer Frau zu sehen, ihre Beine sind abgeschnitten. Das bezieht sich auf eine Werbung, die er einmal im Briefkasten hatte. Durch ein Spritzen aus verschiedenen Stellen und Wunden ihres Körpers wolte er darstellen, wie brutal und rücksichtslos die Frau in der Werbung präsentiert wird, damit die Kunden etwas kaufen. Sie hat einen langen Flügel, der ins Bild hinien ragt, was auf Dürers "Nemesis oder das große Glück" hinweist. 

Das alles ist in einene kosmisch wirkende Atmosphäre getaucht, beinahe wie ein schwarzes Loch oder ein apokalyptisches Bild, in das jede_r etwas anderes hineinbringen und -interpretieren kann. 


Bilder





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