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Rezension :: Die Perfekte Kandidatin

Maryam Abdulaziz al Saffan arbeitet als Ärztin, sie will Verbesserungen für die lokale Klinik beim Gemeinderat durchsetzen, und lässt sich schließlich selbst zur Wahl aufstellen. In Saudi Arabien gestaltet sich das als Frau aber recht schwer.

Maryam Abdulaziz al Saffan arbeitet als Ärztin in einer Klinik. Sie erfährt während ihrer Arbeit Diskriminierung weil sie eine Frau ist, zum Beispiel will ein Mann nicht von ihr behandelt werden und zieht die weniger qualifizierten männlichen Pfleger vor.

Vor der Klinik in der Maryam arbeitet ist die Straße unbefestigt, was immer wieder zu Schwierigkeiten führt. Ihre beim Gemeinderat wiederholt eingereichte Bitte, dass diese neu gebaut und der Zugang zur Klinik erleichtert werden soll, wird immer wieder aufgeschoben. Da niemand vor hat, ihre Bitte in die Projekte der Stadt aufzunehmen, lässt sie sich selbst für die Gemeinderatswahlen aufstellen, um die Verbesserung selbst in die Hand zu nehmen.

Sie sucht sich im Internet eine 6-Shritte Anleitung heraus, was sie für eine Wahlkampagne tun muss und fängt mit einem Video an, in dem sie ihre Kandidatur bekannt gibt.

Um nun an Geld für ihre Kampagne und potenzielle Wähler zu kommen organisiert sie eine Party, auf welcher eine Rede auf dem Programm steht. Obwohl sie einige Frauen mit ihrer Rede erreicht zu haben scheint, sagen die meisten, dass sie nicht wählen oder sie mit ihrem Mann reden müssen. Maryam geht also zum dritten Schritt auf der Liste und geht ins Fernsehen. In einer spontanen Entscheidung legt sie ihren Niqab ab und zeigt sich nur mit ihrem Hijab.

Ihre Aktion und ihr Auftritt verschaffen ihr Aufmerksamkeit und Respekt der Frauen und sogar Doktoren ihrer Klinik loben sie.

Nun muss sie aber an reale Wähler kommen. Dafür möchte sie eine Veranstaltung für Männer abhalten. Gesetzlich darf sie die Männer jedoch nicht direkt adressieren. Sie versucht also, durch Videochat mit Männern auf dieser Veranstaltung zu reden, wird jedoch schnell unterbrochen und die Männer lassen laut werden, dass sie keine Frau wählen, dass sie in die Küche oder zum Singen auf die Bühne gehört. Als ihr Videocall sabotiert wird, bricht sie die Regeln und führt die Rede fertig. Sie macht klar, dass ihr Geschlecht keine Rolle spielen sollte, ihre Interessen nutzen allen, denn jeder sollte Zugang zu einem Krankenhaus haben.

Es scheint, als wolle jemand definitiv nicht, dass sie gewählt wird, denn am nächsten Tag laufen die Arbeiten vor dem Krankenhaus für eine neue Straße.

Das Ende des Films ist etwas offen, die Ergebnisse der Wahlen werden bekanntgegeben, doch es ist nicht klar, was Maryam danach tut. Zum einen Mal sagt sie, dass sie nun aufhören will, da sie ihr Ziel erreicht hat und die Straße gebaut wurde, zum anderen sagt sie, dass sie nicht aufgeben wird, dass die Männer verstehen sollen, dass sie sich nicht unterkriegen lässt.

"Die perfekte Kandidatin" läuft im Rahmen des Filmfests FrauenWelten wie folgt:

Kino Museum: Sonntag 24.11. 20.30 Uhr und Dienstag, 26.11. 20.30 Uhgr

Kino Waldhorn: Sonntag 24.11. 18.00 Uhr


Audio

Rezension die perfekte Kandidatin

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