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"Echt krass!" :: Sexuelle Grenzverletzungen

"Echt krass!"ist eine Ausstellung zum Thema Sexulisierter Gewalt. An verschiedenen Stationen können die Besucher spielerisch und aktiv Informationen über das Thema erfahren.

Immer wieder sind Mädchen und Jungen in verschiedenen Lebensbereichen von sexualisierter Gewalt und Übergriffen betroffen. In der Schule, in Beziehungen, in der Familie oder in der Freizeit. Das Ausmaß macht eine neue Studie der Universitäten Marburg und Frankfurt a.M. deutlich, die dazu Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen nach ihren Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt befragten. Ein deutliches Ergebnis der „Speak-Studie“ ist, dass die sexualisierten Übergriffe insbesondere durch Gleichaltrige bisher unterschätzt wurden.

Als Risikoorte werden unter anderem die Schule, der öffentliche Raum und das Internet benannt. Schule und Jugendhilfe, kirchliche und öffentliche Institutionen sind daher in der Verantwortung, zu handeln und Maßnahmen zu ergreifen, damit ihre Einrichtungen zu sicheren Orten für Mädchen und Jungen werden.

 Die „Speak-Studie“ will über schriftliche Befragungen von Jugendlichen beantworten, wie häufig sexuelle Gewalt vorkommt, wer unter welchen Bedingungen zum Ziel sexueller Gewalt wird, wo sexuelle Gewalt verübt wird, wie wir ihr Auftreten erklären können oder welche Folgen sexuelle Gewalt für die Betroffenen hat.

Der Landkreis Tübingen hat sich, ebenso wie die Kommunen als Schulträger, auf den Weg gemacht, Schulen bei der Entwicklung von Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt zu unterstützen. Die Tübinger Initiative für Mädchenarbeit, TIMA e.V., und „Pfundskerle“, die Fachstelle für Jungen- und Männerarbeit e.V. haben gemeinsam die Ausstellung „Echt krass!“ nach Tübingen geholt.

Der interaktive Präventionsparcour für Jugendliche ab Klasse 7 ist noch bis zum 25. Februar 2019 im ersten Stock der Glashalle des Landratsamtes in Tübingen zu sehen.

Die Stationen der Ausstellung ähneln in ihrer Größe Telefonzellen und man kann auch hineingehen. Drin erwarten einen zum Beispiel künstliche Hände von allen Seiten, als würde man betatscht. Andere Stationen beschäftigen sich teils drastisch mit Anmach-Sprüchen bis zu Vergewaltigung. Die Jugendlichen sollen dabei lernen, das Thema sexueller Gewalt überhaupt anzusprechen.

Die Ausstellung soll sensibilisieren und den Jugendlichen die Verbreitung von sexualisierter Gewalt im Alltag bewusst machen. Eben auch, dass sie ihr eigenes Verhalten und das von anderen in ihrem Umfeld reflektieren. Es werden viele Aspekte des Themas beleuchtet: Sexualisiete Gewalt in einer Beziehung, auf dem Pausenhof, in der Kommunikation unter Jugendlichen, im Internet, Zeitschriften, Fernsehen und anderen Medien, in der Werbung bis hin zu Pornographie und die Gesetzeslage bei Grenzverletzungen.

Die Ausstellung ist attraktiv, ernst und auch witzig gestaltet. Alle Sinne werden beansprucht: es gibt Stationen zum hören und sehen. Es gibt Selbsttests, Aufgaben und Texte zum Aufklappen. Die Besucher sind angeregt das Thema spielerisch und aktiv selber zu erfahren und sich selber Gedanken machen.


Audio

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Echt_Krass-_Ausstellung_.mp3



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