Login

 Infos und Regionales


Lokalmagazin


Beiträge & Artikel

"WAHRvergangenHEIT" :: Erinnerung und das Recht auf Wahrheit

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Wildermuth-Gymnasiums Tübingen haben die Ausstellung WAHRvergangenHEIT zum Thema schwierige Erinnerung an den Nationalsozialismus und das Recht auf Wahrheit konzipiert.

Im Rahmen eines Seminarfaches der Oberstufe des Wildermuth-Gymnasiums behandelten Schülerinnen und Schüler das Thema der Erinnerung an den Nationalsozialismus und die Aufarbeitung der Verbrechen der Militärdiktatur in Argentinien.

Von 1976 bis 1983 wurden etwa 30.000 Menschen in Argentinien gefoltert und ermordet, darunter auch die Tübingerin Elisabeth Käsemann, die sich in argentinischen Slums sozial und politisch engagierte. Zu ihrer Erinnerung wird am Wildermuth-Gymnasium, wo die Tübingerin zur Schule ging, jährlich der Elisabeth-Käsemann-Preis an engagierte Schüler vergeben.

Die beiden Geschichts- und Spanischlehrer Julia Barrios und Jörg Waldheim leiteten den Seminarkurs, in welchem die Schüler die Aufarbeitung der Verbrechen sowohl des Nationalsozialismus als auch die in Argentinien unter die Lupe nahmen.

Durch die Förderung der Elisabeth-Käsemann-Stiftung konnte ein besonderer Schüleraustausch nach Buenes Aires ermöglicht werden. Acht Schülerinnen und Schüler reisten im Juni 2018 nach Buenos Aires, besuchten Gedenkstädten und sprachen mit den Menschen vor Ort über die Aufarbeitung in Argentinien.

Die Schüler Bastian, Valentin und Bianca erzählten, die Argentinier seien sehr gastfreundliche Menschen, die offen über die Vergangeheit und die Verbrechen sprachen. Es begeisterte sie, dass die Erinnerungskultur sehr präsent in der Bevölkerung ist. Auch die Lehrer berichteten von emotionalen und eindrucksvollen Situationen. Beispielsweise von einem Vater eines argentinischen Schülers, der weinte als er die in Argentinien gezeigte Auststellung besuchte. Oder von einem Straßenkünstler, den sie zufällig in einem Café trafen und der später dann zur Austellung kam.

Die Schüler beschäftigten sich mit dem Recht auf Wahrheit, welches von lateinamerikanischen Menschenrechtlern als Menschenrecht gefordert wird. Jede/r soll das Recht haben, über Verbrechen aus der Vergangenheit aufgeklärt zu werden und die Erinnerung daran soll aufrecht erhalten werden.

Aus einer Arbeit im Seminarfach und dem Austausch entstand nun eine Ausstellung: "WAHRvergangenHEIT". Anhand eines Zeitstrahls wird der Besucher durch die Geschichte begleitet. Unter der Frage "Wird der Aspekt der Aufarbeitung dem Recht auf Wahrheit gerecht?" wird die deutsche Geschichte in den Rubriken Gesselschaft, Kultur, Literatur, Juristik, Theater und wissenschaft thematisiert. An Stationen werden die verschiedenen Themen der Arbeiten der Schüler bleuchtet und Fotos, Bücher, Zeugenberichte und Filme gezeigt.

Die Ausstellung ist bis zum 8.3.19 in der Glashalle des Landratsamtes zu sehen. Dafür erhiehlten die Schüler den Lilli-Zapf-Preis.


Audio

Download (18,36 MB)
WAHRvergangenHEIT_kurz.mp3


Download (76,1 MB)
WAHRvergangenHEIT_komplett.mp3



Bilder





Freies Radio Wüste Welle, Hechinger Str. 203, 72072 Tübingen :: +49 7071 760 337 :: buero@wueste-welle.de