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Alternativer Stadtrundgang :: Güterbahnhofareal

Die Bebauung des alten Güterbahnhofs ist gerade in vollem Gange. In diesem Teil der Reihe erfahrt ihr etwas über das Tübinger Modell der Stadtentwicklung und welche Abläufe hinter der Entstehung des neuesten Tübinger Wohnquartiers stecken.

Über 500 Wohneinheiten und 14.000 Quadratmeter Gewerbefläche entstehen gerade entlang der Gleise. Auch hier machte der Stadtrundgang der interventionistischen Linken zu den Themen Wohnprojekte, Hausbesetzungen, Leerstand und Stadtentwicklung halt. Der Stadtrundgang war Teil der Ernst und Karola Bloch Wochen 2018.

Die Mieten in Tübingen steigen - die Entwicklung des neuen Viertels sei nicht der beste Weg dem entgegenzuwirken, denn es entstehen dort neben Sozialwohnungen und anderen Projekten auch relativ hochpreisige Wohnungen.

Die Entwicklung des Grundstücks, das zuvor der Aurelis Real Estate GmbH gehörte, erfolgt nach dem Baugruppenmodell. Die Stadt erwarb die Rechte und behielt zunächst die Hoheit. Dann wurden Parzellen unter gewissen Kriterien an kleinere Träger übergeben. Eines dieser Kriterien ist die sogenannte Nutzungsmischung. Das bedeutet, dass verschiedene Lebensbereiche im Gebiet integriert werden sollen - zum Beispiel Gewerbe in den unteren Stockwerken und Wohnungen darüber. 

Diese Art Stadt zu entwickeln fand in Tübingen schon bei der Entwicklung des Französischen Viertels Anwendung. Der Stadtteil sollte lebendig, vielseitig und partizipatorisch entwickelt werden, angedacht wurde das unter anderem vom damaligen Leiter des Stadtsanierungsamtes Andreas Feltkeller. Dieser Ansatz wird seitdem unter dem Namen "Tübinger Modell" vielerorts nachgeahmt oder mitgedacht.

Obwohl das Tübinger Modell eine Alternative zur Entwicklung durch Großinvestoren ist, wurde beim Stadtrundgang Kritik daran geübt. Denn der entstandene Wohnraum ist nicht gegen zukünftige Spekulationen durch die Eigentümer*innen abgesichert.


Audio

Download (21,35 MB)
Stadtrundgang_Teil_5_Gueterbahnhofareal.mp3





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