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Alternativer Stadtrundgang :: Schimpfeck

Im Rahmen der Ernst und Karola Bloch Wochen lud die interventionistische Linke ein zum Stadtrundgang mit dem Fokus Stadtentwicklung, Wohnprojekte und Hausbesetzungen.

Beim zweiten Teil des alternativen Stadtrundgangs der interventionistischen Linken, wird ein Blick auf die Geschichte eines Gebäudes am Lustnauer Tor geworfen.

Das sogenannte "Schimpfeck" beherbergt heute nicht nur Privatwohnraum und Gewerbe, sondern auch ein (teil-)selbstverwaltetes Studierendenwohnheim. Doch das kam nicht einfach so zustande, Ende der 1970er-Jahre hätte die Stadt das Haus gerne abgerissen, um einer vierspurigen Stadtautobahn und einem Busbahnhof Platz zu machen. Dagegen organisierte sich eine Bürgerinitiative, die sich erfolgreich für den Erhalt des Hauses einsetzen konnte.

Die Nutzung als Studierendenwohnheim kam erst zustande, nachdem am 5. Mai 1981 viele Leute zwei leerstehende Stockwerke des Hauses besetzten. Die Besetzung wurde in der Nacht brutal geräumt. Dies brachte Teile der Tübinger Bevölkerung auf und es kam tagelang immer wieder zu Aktionen und unangemeldeten Demonstrationen gegen Leerstand und Zweckentfremdung von Wohnraum. Durch den Widerstand und öffentlichen Druck wurde das StuWe zur Übernahme der zwei Stockwerke bewegt und seitdem gibt es dort bezahlbaren Wohnraum in teilweiser Selbstverwaltung für Studierende in der Innenstadt.

In Bezug auf die Vorkommnisse zur Zeit dieser und anderer Hausbesetzungen entstand auch der Song der Schimpfoniker "Jeder Stein, der abgerissen...", aus welchem Auschnitte am Anfang dieser Beitragsreihe zu hören sind.


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Stadtrundgang_Teil_2_Schimpfeck_.mp3



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