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50 Jahre Kulturschock Zelle :: Umfrage

50 Jahre Kulturschock Zelle. Zum Jubiläum gab es ein einwöchiges Festival mit vielen Angeboten, wie zum Beispiel eine Ausstellung zur Geschichte der Zelle, Workshops, Vorträge, Konzerte und eine Demo. Wir haben uns mal umgehört, was man in Tübingen und Reutlingen eigentlich so über die Zelle weiß.

Anlässlich des 50. Jubiläums der Zelle beschlossen wir, uns mal umzuhören, was die Menschen in Reutlingen und Tübingen eigentlich alles über die Zelle wissen und ob sich das Wissen und die Meinungen in Tübingen und Reutlingen voneinander unterscheiden. Die Ergebnisse der Umfrage sind nicht repräsentativ für das, was die Zelle tatsächlich ausmacht und einige Aussagen die gemacht wurden, basieren nur auf Hörensagen und entsprechen nicht dem, für was die Zelle eigentlich steht.

Die Zelle bildet eine kulturelle Alternative zu den üblichen Angeboten in Reutlingen, welche meist auf Kommerz ausgerichtet sind. In der Zelle wird selbstverwaltet, autonom und nicht für Geld gearbeitet. Es geht um Spaß und darum, einen Raum zu schaffen, in dem jeder ohne hierarchische, sexistische oder faschistische Strukturen seine/ihre Kreativität ausleben und Erfahrungen sammeln kann. Die Zelle ist politisch unabhängig. Dennoch müssen all jene draußen bleiben, die den Freiraum der anderen nicht akzeptieren und deren persönliche Grenzen übertreten. Das bedeutet, dass Menschen, die andere diskriminieren oder anderweitig belästigen, wie etwa Nazis, Rassisten und Sexisten, in der Zelle keinen Platz haben.

In Tübingen bezogen sich die meisten Antworten auf die Partys in der Zelle: es werden coole Konzerte angeboten, man kann gut tanzen, das Programm ist abwechslungsreich und die Partys sind gut. Manche waren schon selbst in der Zelle zum Feiern, andere kennen die Partys nur aus Erzählungen - für manche Tübinger ist die Zelle einfach zu weit weg. Dass die Zelle ein autonomes Zentrum ist, wurde nur von einer Person genannt.

In Reutlingen wurde auch viel über die Partys in der Zelle geredet: viele verschiedene Menschen treffen sich dort, man hat Spaß, die After-Hour-Partys sollen gut sein und man trifft coole Leute. Was die Partys angeht, sind Tübinger und Reutlinger sich also einig. Auch hier wusste man, dass die Zelle selbstverwaltet und ein autonomes Zentrum ist. Eine Person merkte auch an, dass Jugendliche einfach einen Ort brauchen, an dem sie sein können. Die Zelle bietet den entsprechenden Raum dazu.

Sowohl in Reutlingen als auch in Tübingen sprachen einige das Thema Drogenkonsum in der Zelle an. An dieser Stelle ist es allerdings auch wichtig zu erwähnen, dass der Konsum von oder das Handeln mit Drogen in der Zelle absolut nicht toleriert wird! Dies ist auch auf unzähligen Plakaten in der Zelle zu lesen, auf denen darauf hingewiesen wird, dass ein solches Verhalten dort nicht geduldet wird.

Insgesamt hatten wir den Eindruck, dass die Tübinger weniger über die Zelle generell wussten und sich das meiste Wissen auf die Partys und Konzerte bezog. Viele waren noch nie selbst dort und einige hatten noch nie von der Zelle gehört. In Reutlingen wussten fast alle Befragten, was die Zelle ist und viele der Antworten bezogen sich nicht nur auf die dortige Partykultur.


Audio

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UMFRAGE_ZELLE_.mp3





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