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CineLatino 2018 :: "Río verde: El tiempo de los Yakurunas"

Das CineLatino Festival öffnet zum 25. Mal die Tore zum lateinamerikanischen Film. "Río verde" führt die Zuschauer unmittelbar in die Tiefen des Dschungels im peruanischen Amazonasgebiet.

"Río verde: El tiempo de los Yakurunas" - "Der grüne Fluss: Die Zeit der Yakurunas" ist ein Dokumentarfilm über das Leben der indigenen Bevölkerung im peruanischen Amazonasgebiet. 2017 feierte der Film seine Premiere auf der Berlinale, nun, ein Jahr später, läuft er auch beim CineLatino Festival in Tübingen.

Der Begriff Yakuruna kommt aus dem Quechua und bedeutet Wassermann. Der Legende nach leben die Yakurunas unter der Wasseroberfläche des Amazonas in den Städten der Menschen, die sich im Wasser spiegeln. Jedoch dreht sich "Río verde" nicht um die Legende der Yakurunas, sondern um die Menschen durch die diese Legende weiterlebt. Der Titel "El tiempo de los Yakurunas" ist demnach metaphorisch zu verstehen.

In "Río verde" begleiten die Regisseure Alvaro und Diego Sarmiento die Einwohner dreier kleiner Dörfer am Rande des Amazonas in ihrem Alltag. Die Menschen führen ein Leben in Harmonie mit dem Fluss und ein Leben im Rhythmus der Natur. Sie leben von dem, was die Natur ihnen gibt; gehen Jagen, sammeln und fischen. Täglich gilt es für Essen zu sorgen und sich um die Tiere - Hühner, Schafe, Schweine, Pferde und Hunde - zu kümmern.

"Río verde" lässt die Zuschauer auf direkte und undistanzierte Art in den Alltag der Menschen eintauchen. Die Kamera ist wie ein stiller Begleiter und Beobachter. So werden die Aufnahmen weder durch Kommentare, noch durch Interviews unterbrochen. Unmittelbarkeit erlangt der Film auch durch die Geräusche des Dschungels (das Zirpen der Grillen, das Rauschen des Flusses, Vögelzwitschern...), die durchgehend zu hören sind. Anstelle von Filmmusik erklingen Ayahuasca-Gesänge, die die meditative Wirkung verstärken.

Indigene Lebensweisen, wie sie in "Río verde" thematisiert werden, haben in der peruanischen Gesellschaft kein gutes Ansehen: die Menschen werden nicht ernst genommen und diskriminiert. Deshalb verfolgen die Regisseure Alvaro und Diego Sarmiento mit ihrem Film vor allem eine Intention: die indigene Kultur wieder zu verbreiten und aufzuwerten.

"Río verde" strahlt die Langsamkeit und Ruhe des Amazonas aus und lädt dazu ein, in diese unbekannte Welt und Lebensweise einzutauchen. Wer also Lust hat den Alltag für einen Moment zu entschleunigen, ist herzlich zur Filmvorstellung am Donnerstag, den 19. April um 20:30 Uhr im Kino Museum, eingeladen.


Audio

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RioVerdeFinal.mp3





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